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möglich ist, sie zu überwintern. Die beste Zeit zum Fange ist daher dasFrühjahr oder der Herbst, und auch selbst in diesen Jahreszeiten muß denGefangenen Ruhe auf der Reise gestattet werden. Da nberdem in die Mo-nate Mai bis September die Fortpflanzung und Vermehrung der Blutegeleinfällt, so ist dies ein wichtiger Grund mehr, den Fang der Thiere in die-sen Monaten zu unterlassen. Wahrend der Bewegung der Thiere durchdas Tragen, Fahren oder Schiffen darf man ihnen kein Wasser geben. Al-lenfalls ertragen sie es, nachZier, beim Schiffen, beim Fahren aberntegern, es sey denn an sehr kühlen Tagen. Aber während der Ruhe erhal-ten sie reines Teich - oder Flußwasser, nie aber Brunnenwasser, welches im-mer zu kalt ist. Dieses Wasser, welches, sobald die Reise fortgesetzt wer-den soll, behutsam abgegossen wird, nimmt den abgesonderten Schleim hin-weg. Auch darf ihre Anzahl in einem Gefäße nicht zu groß seyn, so z. B.in einem Gefäße von tvo Quart nicht mehr als suoo Thiere.
Ein zweites Erfoderniß ist, zum Ueberwintern nur solche Thiere zuwählen, welche nicht zu groß, vielmehr von mittlerer bis zur kleinstenGröße sind. Die Blutegelfischer wählen aber, der größern Ausbeute wegen,gern solche Orte, wo jene die mehreste Nahrung finden, d. h. an welchensich warmblütige Thiere, Viehheerden u. s. w. aufhalten, denen sie Blut ab-saugen. Solche Thiere sind bedeutend größer, färben das Wasser blutroth,lassen bei einem mäßigen Drucke mit den Fingern etwas Blut fahren, undbringen also den Keim der Krankheit und des Todes schon mit sich. SolcheBlutegel sterben aber nicht allein bald ab, sondern sie taugen auch deswegenweniger, weil sie in Folge ihrer Sättigung nicht gern ansaugen.
Bisweilen bemerkt man auch, wenn mau die Blutegel mäßig mit demFinger drückt, in ihrem Innern eine Verhärtung. Diese Verknorpelung,welche auch auf die gesunden übertragen wird, nimmt schnell so sehr über-band, daß bald der ganze Körper verknorpelt ist, und das Thier stirbt.Doch hat man nicht nöthig, jedes Thier zu untersuchen, es genügt, ausder zum Verkauf angebotenen Menge einige Hände voll zu prüfen..
Der Krankheiten, welchen die Blutegel auch während ihrer Aufbewah-rung unterworfen sind, wird weiter unten noch besonders gedacht werden.
Die zu sehr ermatteten Blutegel, die in nicht zu kaltes Wasser gewor-fen, nicht munter, sondern nur langsam darin herumschwimmen, und nacheinigen Bewegungen niederfallen und sich ruhig verhalten, die zwischen beidenhohl zusammengehaltenenHänden einen Augenblick geschüttelt sich nicht schnellin Kugeln zusammenziehen, sondern mehr oder weniger lang bleiben, tanzgen nicht zum Ueberwintern. Als ein Zeichen der Krankheit betrachtet mannoch, wenn der Mund oder der Aster des Thieres oder beide zugleich wulst-artig hervorstehen oder bedeutend klaffen.
Wenn nun gesunde Thiere zur Ueberwinterung ausgewählt worden, sohängt von der Art ihrer Abwartung weniger ab, als man gewöhnlich an-nimmt, so z. B. ob man ihnen wöchentlich zweimal oder einmal, oder mo-natlich frisches Wasser giebt, wobei jedoch öftere Erneuerung des Wassers,