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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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576
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576 Indigo

lius (Äastn. Archiv XI. 1.1827. S. 1.; Lehrb. d. Chem. m. S. g?g.),bei welcher der Verfasser in dem Indigo, wie er im Handel vorkommt,vier besondere Stoffe vorfand, die sich durch eigenthümliche charakteristischeEigenschaften auszeichnen, wobei es für wahrscheinlich erklärt wird, daß derIndigo noch einige andere Substanzen enthalte, jedoch in geringerer Quan-tität als diese. Die aufgefundenen sind:

1) ein eigenthümlicher Stoff, der seinem Verhalten nach dem Pflan-zenleim am nächsten steht. Er wird dadurch erhalten, daß man feingerie-benen Indigo mit einer stark mit Wasser verdünnten Säure, z. B. Schwe-felsäure, Salzsäure oder Essigsäure, digerirt, wodurch zugleich einige Salze,die Kalk - oder Talkerde zur Basis haben, ertrahirt werden. Der unlöslicheTheil wird hierauf noch einigemal mit Wasser ausgekocht. Man erhälteine brandgelbe Auflösung, in welcher, wenn Schwefelsäure angewandtworden, die Säure mit pulverisirtem Marmor gesättigt, und die Auflösungnach dem Filtriren zur Trockne abgedunstet wird. Alkohol ertrahirt hierausden Pflanzenleim, der nach dem Verdunsten in Form eines gelben odergelb-braunen, durchscheinenden, glänzenden Firnisses zurückbleibt, im Wasser leichtlöslich, und dem Fleischertract nicht unähnlich ist. Auf einem Platinblecheerhitzt schmilzt derselbe und brennt mit Flamme, indem zuletzt eine weißeAsche zurückbleibt. Der trocknen Destillation unterworfen giebt er ein brau-nes, dem Hirschhvrnöle ähnliches Oel, und ein stark ammvniakalischesWasser.Im Wasser aufgelöst wird er von denselben Reagentien gefällt, welche dengewöhnlichen Pflanzenleim fällen, nämlich von Gerbestoff, Quecksilber-chlorid, Cyaneisenkalium, essigs. Bleioxyd und schwefelst Eisenoxyd.

2 ) In dig 0 braun. Es befindet sich in größerer Menge im Indigo alsder Pflanzenleim. Es wird aufgelöst, wenn der mit einer Säure beha»-delteIndigo in Aetzkali gebracht und gelind damit erhitzt wird. Die Massewird sogleich schwarz, und der Indigo bildet ein loses Magma in dem Maße,als das Alkali das Indigobraun auflöst. Die Flüssigkeit geht langsam durchsFiltrum, und ist so dunkel gefärbt, daß nur sehr dünne Schichte» davongegen eine Lichtflamme gesehen durchscheinend sind. Wird der aufdewW-trum zurückgebliebene Indigo mit Wasser ausgewaschen, so färbt sich diedurchlaufende Flüssigkeit grün oder blaugrün, und geht äußerst langsamdurch. Die Ursache dieser Färbung ist, daß ein Theil Indigo in einer ver-dünnten alkalischen Auflösung des IndigobraunS sich auflöst, und wennman vor dem Filtriren die Auflösung mit Wasser verdünnt, so geht sie so-gleich grün durch, und enthält dann die blaue Indigofarbe so fein zertheilst^>aß sie sich selbst nach Verlauf von mehreren Monaten nicht klärt. Ausder schwarzbraunen alkalischen Lösung fällen Sauren einen schwarzbrauneaoder beinahe schwarzen Stoff, in voluminösem halb gelatiuirtem Justande.Derdurch Schwefelsäure erhaltene Niederschlag wird (noch feucht) mit stlsw-gefälltem kohlens. Baryt digerirt, wobei er sich großentheils mit Baryterdeverbindet und unlöslich wird; eine andere Portion aber bleibt in der Flüs-sigkeit aufgelöst. Nach dem Trocknen stellt derselbe einen durchscheinenden,