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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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Z) Mangansäure. Wenn Manganoryd bei gelinder Hitze mitSalpeter (2 Th. Salpeter und ein 1 Th. Braunstein) oder mit kausti-schem Alkali in einem offenen Gefäße geschmolzen wird, so erhält maneine schon seit längerer Zeit bekannt gewesene Verbindung, der man denNamen mineralisches Chamäleon gegeben hat, weil ihre Auflösung oftohne sichtbare Ursachen die Farbe von Grün durch Violett zu Roth wech-selt und endlich farblos wird. Diese Verbindung bildet sich nun, wenndas Glühen bei Luftzutritte geschieht, wobei Sauerstoffgas aufgenommenwird. Ist überschüssiges Alkali (die Salpetersäure des Salpeters wirdnämlich beim Glühen zersetzt und verflüchtigt) vorhanden, so erhält maneine geschmolzene schöne grasgrüne Masse; nimmt man eine größereMasse Manganoryd, so erhält man statt einer grünen Masse eine ganzschwarze, welche sich mit einer schön purpurrothen Farbe in Wasserauflöst, und aus welcher Auflösung man durch Abdampfen purpurrotheKrystalle erhält. Diese Krystalle sind ein neutrales Salz, von Kali mitMangansäure, welche letztere jedoch ganz rein darzustellen bis jetzt/nichtgelungen ist, weil sie sich gleich zu Mangan-Orydorydul zersetzt.ZF r 0 mm-herz (Schweigg. N. 2. Xl. S. 257. und XIV. S. 527.) hat sie ineiner Jusammenhäufung von kleinen nadelförmigcn dunkel carminrvthenKrystallen erhalten, die aber selbst bei gewöhnlicher Temperatur der Luftzersetzt werden; sie verlieren nämlich ihr Wasser, und mit diesem aucheinen Theil ihres Sauerstoffes. Die Mangansäure besteht aus 58,7zMangan und 41,27 Sauerstoff, ist also Mn —1211,575, oder 100 Th.Metall nehmen darin 70,287 Th. (—28,11.2;) Sauerstoff auf, so daßdie Sauerstoffmengen in den bekannten Orydationsstufen des Manganssich verhalten wie 2, 5, 4 und 5. Die wasserhaltige Säure enthält 8;Procent Wasser, dessen Sauerstoff z von dem der Säure beträgt. DieEättigungscapacität der Mangansäure ist 8,254 oder; von ihrem Sauer-ßoffgehalle (41,27: 5.).

Das Manganhpperoryd, der Braunstein, wird häufig zu chemischenZwecken angewandt, nämlich zur Bereitung des Sauerstoffgases, des Chlorslvergl. die Anweisung zur Prüfung des Manganoryds vor seiner Anwen-dung zur Chlvrbereitung von Gay-Lussac in Buchn. Rexert. XIX.S. 4ön.) und der Chlorverbindungen; auch ist es mit Schweinefett zurSalbe gemacht äußerlich angewandt worden. Es dient ferner zu ver-schiedenen technischen Zwecken, zur Amethystfarbe der Glasflüsse, zumMalen auf Fayence und Porcellan; bei den Glashütten bedient man sichdesselben, um die gelbgrüne Farbe, von den eisenhaltigen Materialienherrührend, wegzunehmen (das schwarze Eisenvrydul wird dadurch ingelbes Eisenoryd verwandelt). Diese Wirkung des Manganoryds, wel-kes daher auch früher Glasseife, lVlsgne-ia Vürisriorum, genanntchurde, war schon in älteren Jetten bekannt. Der Braunstein wird auchdem Wasser zugemischt, um dieses auf Seereisen gegen das Verderben5» schützen, wobei einige Pfunde für jedes Faß hinreichend seyn sollen.