Manna
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7 Während der Monate September und Oktober, wo die Atmosphäreweniger heiß und die Witterung öfters regnerisch ist, trocknet die dannausfliesende Manna nicht so schnell und nicht so vollständig ein; siestießt am Baume herunter und wird schmutzig. Dieses ist die im Han-del am häufigsten vorkommende Sorte, welche die calabrinische Manna,llVlsnna calski-ins, heißt. Sie besteht aus aneinander Hangenden bra-uchen Stücken von verschiedener Größe und Gestalt, die noch viele klei-ne tropfenförmige Stücke, durch eine weiche bräunliche, zusammen-klebende Masse vereinigt enthalten, die theils trocken, theils auch etwasschmierig, und von theils schmutzig weißer oder gelblicher, auch etwasrvthlicher Farbe, von einem süßlichschärflichen Geschmacke und honigar-tigem Gerüche sind. Die aus Sicilien kommende Manna geht der ausCalabrien kommenden an Güte vor, und wird im Handel unter demNamen Geracemanna Msnns Oersce) mehr geschätzt.
Im Monat November und zu Anfange Decembers fließt endlich dieManna bis zum Fuße des Baumes herab, und sammelt sich in einerkleinen Grube, welche man daselbst angebracht hat; sie stellt nur nocheine weiche, schmierige, mehr oder weniger unreine Masse dar, undist die schlechteste Sorte Manna.
Die Manna soll bisweilen verfälscht vorkommen und besonders dieRöhrenmanna, durch ein Gemisch aus schlechter Manna, Zucker, Stär-kemehl, Scammonium und Glaubersalz. Ein solches Kunstprodukt wirdaber sehr leicht daran erkannt, daß die Stücke sehr unregelmäßig ge-formt sind, daß sie auf dem Bruche nichts Krystallinisches zeigen, beider Auflösung in Wasser einen merklichen Rückstand lassen, auch mitWeingeist digerirt sich nur zu einem geringen Theile auflösen. Dieschlechtere Manna witd nachgekünstelt aus verdorbener Manna, Zucker,Honig und Mehl. Ein solches Gemengsel hat säst immer einen säuer-lichen Geruch, einen sehr ekelhaften süßlichen Geschmack, und giebt durchKochen mit Wasser eine dickliche Auflösung, die beim Erkalten gerinnt.
Aus einem lehrreichen Aufsätze des Hrn. Profi.Dierbach (Geiger'sMagazin. Februar 182s. S. 97.) ersehen wir, daß zwar die Manna, sowieder Honig, stets vegetabilischen Ursprungs sey, daß aber der Honig als dasProdukt einer gesunden und normalen, die Manna und der Honigtha»dagegen als das Produkt einer kranken und gestörten Vegetation ange-sehen werden müsse. Damit sich nämlich Manna erzeugen könne, mußzuvor die Bildung eines andern süßen Pflauzenstoffes unterdrückt, dieBlumen - oder Früchteentwickelung mehr oder weniger gehindert wordenseyn. Die abgesonderte Manna gehöre nicht mehr dem Pflanzenlebenan, auch eile sie bald ihrer Entartung entgegen, und dies gäbe viel-leicht Aufschluß, warum die Chemiker nur in gegohrnen Säften den Mainnastoff finden konnten. Die häufige Erscheinung der Manna scheint übri-gens an bestimmte klimatische Verhältnisse gebunden zu seyn, und diese nurvorzugsweise in den Stengeln und Blättern der Pflanzen sich zu erzeuge»-