/
7^4
Der Myrrhenbaum, von Ehrenberg entdeckt, wächst beiGison,an der Grenze des glücklichen Arabiens. Die Rinde ist glatt, sehr blaßaschgrau, fast weiß,> das Holz gelblich-weiß, und wie die Rinde ohnebesondern Geruch. Die Blätter stehen in reichlicher Anzahl auf sehrkurzen und glatten Blattstielen einzeln oder häufiger büschelförmig bei-sammen; sie sind ungleich-dreizählig (lernst»), so daß die beiden seitli-chen Blättchen immer viel kleiner sind, als das Cndblättchen. Bei einemfast 4 Linien langen Cndblättchen waren die seitlichen kaum eine Linielang; alle diese Blättchen sind vollkommen glatt, verkehrt-eiförmig,stumpf, und an der Spitze gewöhnlich undeutlich stumpf gezähnelt (äsn-ticul»!»), oder mit 2 oder 3 größern Zähnen versehen, oder seltenerauch ganz ohne Zähne. Die Blüthen fehlten an den von Ehrenberggesammelten Zweigen. Eine Frucht sitzt einzeln auf einem kaum 2 Linienlangen Fruchtstiel; sie ist eiförmig zugespitzt, glatt, von brauner Farbe,und führt am Grunde die Neste des vierzähnigen Kelchs; auf der einenSeite öffnet sich eine Naht.
Von dem Stamme dieses Baumes hat Ehrenberg selbst sehrschöne Myrrhe gesammelt. Sie ist im Anfange ölig, dann butterartig,gelblichweiß, allmälig goldfarbig, und erhärtet rötstlich; ste tritt wieunser Kirschgummi aus der Rinde hervor, und wird mit dem Alterdunkler an Farbe, schwärzer und schlechter.
Der Katafbaum unterscheidet sich von der vorhergehenden Art durchfolgende Merkmale: Die Aeste sind ohne Dornen; die Blätter wohlviermal größer, und die seitlichen Blättchen (koliol») kommen in Gestaltund Größe fast ganz mit dem Endblättchen Lberein; die Frucht nachForskäl rund, und an der Spitze nabelförmig eingedrückt (umbllicoiinpresüo), nicht in eine Spitze ausgedehnt. Er hat mit dem vorigengleiches Vaterland; Forskäl sah ihn bei Veit el Fakih.
Die beste jetzt vorkommende Myrrhe besteht aus eckigen, von außenunansehnlichen, abgeriebenen Stücken, die auf dem Bruche rothbraunsind. Spec. Gew. nach Brisson —i,zso. Als feinste Sorte erhieltich jedoch unter dem Namen lVl^rrfi» in Iscr^mir eine Myrrhe, auslauter kleinen unregelmäßigen, durchscheinenden, rothbraunen Thränchenbestehend. Der Geschmack der Myrrhe ist ziemlich bitter, dabei erwär-mend , gewürzhast; der Geruch stark, aromatisch, nicht unangenehm,eigenthümlich. Beim Kauen hängt sie sich an die Zähne, und löst sichgrößtentheils im Speichel auf, der davon milchig wird.
Eine schlechtere Sorte (lVl^rrK» n»inr»I. r. in rortir) besteht ausgrößeren dunkelbraunen, ja schwarzbraunen, »»durchscheinenden Stücken,die auf dem Bruche nicht jenen auffallenden Fettglanz haben. Nichtselten findet man Stücke von Senegal - oder Kirschgnmmi, oder einemandern eigenthümlichen Gummiharze, von muschligem Bruche und gelb'lichwcißer Farbe, darunter gemischt, die sich aber leicht erkennen lassen.
Die schlechteste Sorte (lVl^rrKa rorckicl») ist Kunstprodukt, nämlicb