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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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721
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Das Kochsalz findet sich von allen leicht auflöslichen Salzen in derNatur am häufigsten. Es kommt vor als Steinsalz, in großen Flöhenvon grauweißer, röthlicher, bläulicher Farbe, dicht, blätrrig, selten kry-stallisirt. Einige Salzminen geben es so rein und durchsichtig, daß esso, wie es aus der Erde gegraben wird, sogleich verbraucht werden kann,z. B. die berühmten Salzminen bei Wielizcka bei Krakau. Häufigeraber enthält es Gyps, etwas Glaubersalz, und ist auch meistens mit etwasErdharz durchdrungen, in welchem Falle der Salzstein im Berge selbst durchhinein geleitetes Tagwasser ausgelaugt, die gesättigte Lauge durch einentiefen Stollen abgeleitet, und dann wie eine Salzsoole versotten wird.

Eine bedeutende Menge Kochsalz wird aus den Soolguellen erhalten,welche ihren Ursprung unterirdischen Salzflötzen verdanken, aber außer demKochsalz noch salzsi und schwefelst Kalk- und Talkerde, und schwefelst Na-tron in verschiedenen Quantitäten enthalten. Diese Salzsoole ist, je nachVerhältniß der vorhandenen Salzflötze zu dem Wasser, nach dem Zuflüssesüßen Wassers u. st w., mehr oder weniger gesättigt; ihr Grad der Sätti-gung, ihre Löthigkeit, wird durch die Grade, die sie an der Salzspindelzeigt, angegeben. Ist die Soole nicht siedewürdig, so muß sie entwederdurch Gefrieren oder durch Verdunsten an der Atmosphäre auf die gehörigeEoncentration gebracht, d. h. gradirt werden. Das Gradiren einer Soolegeschieht dadurch, daß man sie auf hohe aus Reisern zusammengeflochteneWände herabfallen läßt- wodurch ihr bei der großen Zertheiluug eine großeAusdehnung gegeben und die Verdampfung der wäßrigen Theile befördertwird. Ist die Soole gesättigt, oder hinlänglich gradirt, so wird sie in dasSiedehaus (Pfannhaus) und zwar zuerst in die Wärmpfanne geleitet; ausdieser fließt sie in die große, aus geschlagenen oder gewalzten Eisenplattenzusammengeschraubte Siedexfanne in dem Maße nach, als hier das Wasserverdampft. Sobald sich die Salzhaut zeigt, sangt das Salz an sich in klei-nenKrystallen auszuscheiden; diese werden in bestimmten Zwischenzeiten mithölzernen Krücken aus den Pfannen, und zwar zuerst zum Abtropfen aufeine schiefe Ebene gezogen, dann entweder in diesem losen Zustande, oderinSalzstücke geformt, in großen durch Nebenbenutzung des Feuers unter derSiedepfanne geheizten Vorrichtungen oder Kammern (Pfieseln) gedörrt.

Häufig wird auch das salzsaure Natron aus dem Seewafstr, welchesKochsalz, schwefelst Natron, salzs. Kalk-und Bittererde enthält, durch Ab-dämmen desselben in Gräben, Weiterleiten des durch Verdampfung an derLuft concentrirten, bis es in der letzten in Krystallen anschießt, gewonnen.Das braune Salz, Seesalz, Boysalz, wird darin entweder in kegelförmigenmit Stroh bedeckten Haufen der Atmosphäre ausgesetzt, damit die zerfließ-lichen Salze durch die angezogene Feuchtigkeit aufgelöst abfließen, ödereswird durch Auflösen, Filrriren, Klären, Abdampfen und neues Krystalli-siren gereinigt.

Das Kochsalz krystallisirt in weißen, mehr oder weniger durchsichtigenWürfeln oder Oktaedern, am häufigsten kommt es aber in trichterförmigen,

Dulk's xreuß. Pharmak. I. 46