Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
732
JPEG-Download
 

I^uces voinioao

^32

löst, und so lange basisches essigs. Bleioryd hinzusetzt, als noch ein M- ^verschlag entsteht. Man schlägt hierdurch die mit dem Strychnin ver- !

bundene Säure, die fertige Materie und den größten Theil des färbenden !

Princips zugleich nieder; das Strychnin bleibt mit der Essigsäure inder Auflösung verbunden zurück. Diese Flüssigkeit enthält noch einen !geringen Antheil färbenden Stoffes, welcher durch das essigs. Bleioxydnicht niedergeschlagen worden ist. Der Ueberschuß des Bleisalzes wirddurch Schwefelwafferstvffgas zersetzt, die Flüssigkeit von dem Schwefelbleiabfiltrirt, mit reiner Vittererde gekocht, welche sich mit der Essigsäureverbindet, und das Strychnin ausscheidet, welches aus dem mit kaltemWasser ausgewaschenen und dann getrockneten Niederschlage durch Alkoholausgezogen und durch Verdunsten gewonnen wird. Sollte es noch nichtvollkommen weiß erscheinen, so kann man es in Essig - und Salzsäureauflösen und es aufs neue durch Bittererde niederschlagen. Andere Me-thoden sind bei 8lr)-okn>num nitricum im 2ten Theile angegeben.

Um die Jgasursäure (von Caventou Strychninsäure genannt) ab-zuscheiden, wird der geistige Auszug der Krähenaugen abgedampft, mitWasser vermischt, filtrirt, und hierauf mit gebrannter Kalkerde digerirt,welche das Strychnin fällt, zu gleicher Zeit aber mit der Jgasursäureein unauflösliches Salz bildet. Dieses Gemenge wird zuerst mit kaltemWasser gewaschen, getrocknet, und dann durch Kochen mit Alkohol vomStrychnin gänzlich befreit. Der Rückstand wird hierauf mit einer gro-ßen Menge Wassers gekocht, welches die igasursaure Talkerde auflöst,worauf man die filtrirte heiße Auflösung mit essigs. Bleioryd fällt, undden Niederschlag — igasursaures Bleioryd — durch Schwefelwafferstoffgas lzersetzt. Beim Abdampfen bildet die saure Flüssigkeit einen bräunlichenSyrup, aus welchem nach einiger Zeit die Säure in krystallinischen Kör-nern anschießt. Sie hat einen sauren und zugleich herben Geschmack.

In Wasser und Alkohol ist sie leicht auflöslich. Mit den Alkalien giebtsie eigene, in Wasser und Alkohol leicht auflosliche Salze; mit Baryterdebildet sie ein in Wasser leicht auflösliches Salz, das sich beim Abdampfenin schwammartigen Vegetationen absetzt. Eisen -, Quecksilberund Sil-bersalze werden von igasursaurem Ammoniak nicht gefällt oder verändert;Kupferorydsalze nehmen davon eine grüne Farbe an, und nach einer Weileentsteht ein hellgrüner, in Wasser wenig auflöslicher Niederschlag, denPelletier und Caventou als charakteristisch für diese Säure ansehn.

Die Krähenaugen werden im Ertracte, oder auch in Pulverformbisweilen innerlich angewendet; die geistige Tinctur, äußerlich auf da,Rückgrakh eingerieben und zugleich innerlich angewandt, soll gegen Blei-kolik sich sehr wirksam bewiesen haben. Immer aber erfodern sie bei deAnwendung große Behutsamkeit, noch mehr aber das Strychnin, »>e-ches der allein narkotische Bestandtheil der Krähenaugen ist.

Dieser narkotischen Eigenschaften wegen müssen auch die Krähen,äugen mit der erfoderlichen Vorsicht aufbewahrt werden.