Olivse
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des obigen Prüfungsmittels, so wird es, war das Olivenöl rein, imWinter in 3—4 Stunden, im Sommer in 6—7 Stunden vollkommengeronnen, und seine Oberfläche glatt und weiß seyn. Enthält es den2 vsten Theil Mohn - oder Rüböl, so befinden sich auf der Oberflächeblumenähnliche Figuren; enthält es den loten Theil, so ist die Consi-stenz nur die des Honigs, und ist der Altsatz an letztgenannten Oelennoch über dieses Verhältniß, so gerinnt das Ganze nicht, sondern durch-sichtiges Oel schwimmt über einem teigartigen Körper. Später hat jedochBoudet gezeigt, daß dasselbe auch mit andern Oelen, und besondersmit dem Ricinusöl stattfindet; und Lescallier hat gefunden, daßauch Mohnöl und Mandelöl mit dem Quecksilbersalze fest werden, daßdieses aber nicht mit den trocknenden, dem Leinöl und Nußöl, stattfindet.
Nach Binder ist auch das Salpetergas ein gutes Prüfungsmitteldes reinen Baumöls, denn dieses wird durch wenige Blasen des erstemweiß und fest, durch viel Gas gelb, aber nie roth oder braunroth, wiedie Saamenöie.
Um ranzig gewordenes Oel wieder süß und weiß zu machen, soll eszuweilen mit Bleioxyden digerirt werden. Zwar wird das Oel dadurch farb-los, aber es zeigt eine mehr schmierige Consistenz und eine eigene Süßig-keit. Zur Entdeckung dieses Betrugs mischt man das Oel mit gleich vieldestillirtem Essig, dem noch einige Tropfen Salpetersäure zugemischt wor-den sind, und scheidet nach starkem Dnrcheinanderschütteln das Oel wiederab. Der Essig wird mit schwefelwasserstoffbaltigem Wasser vermischt, wodann der braune oder schwärzliche Niederschlag den großem oder geringernBleigehalt zu erkennen giebt. Unschädlicher ist die Verbesserung eines ranziggewordenen Baumöls durch Digestion mit Thonerde in einer Temperaturvon 65 — 70° R., welche den Schleim des Oeles anzieht und es Hellermacht. Sollte das Oel zur Abscheidung der färbenden und schleimigenTheile mit Schwefelsäure behandelt worden, und von derselben etwas imOcle zurückgeblieben seyn, so werden der saure Geschmack, das Rothen deshineingetauchten Lackmuspapiers, und der beim Durchschütteln mit etwassalzs. Barytlösung entstehende Schwerspat!) diese Verunreinigung anzeigen.
Da das Baumöl sich, ohne zähe zu werden, länger und besser erhält,als alle anvern Pflanzenöle, so bedienen sich die Uhrmacher desselben, dochunterwerfen sie es zuvor einer Reinigung, die darin besteht, daß das Oelin eine Flasche gegossen, und mitten in dasselbe eine Bleischeibe gestelltwird, worauf,man die Flasche verkorkt und in ein Fenster seht, wo sie vonder Sonne bestrahlt werden kann. Nach und nach überzieht sich das Oelmit einer käsigen Masse, die zum Theil zu Boden fällt, während das Oelseine Farbe verliert und wasserklar wird. Sobald das Blei nichts wehr vonder weißen Substanz bildet, wird das nun klar und farblos gewordene Oelabgegossen. Diese Veränderungen verdienten wohl wissenschaftlich untersuchtzu werden. Nach einer Bemerkung von Puissan verlieren Baumöl,Mohnöl und Mandelöl, wenn sie 24 Stunden lang mit Knochen - oder