7§2 Opium
an der Sonne getrocknet. Hierauf zerstampft man, vielleicht mit etwasWasser,, die Pflanze, welche dieses erste Product geliefert hat. Manpreßt den-Saft aus, den man über dem Feuer abdampfen läßt undsetzt ganz zuletzt so viel von dem zuerst gewonnenen Products hinzu, alsnöthig ist, um ihm den Geruch und die nöthigen Eigenschaften zu erthei-len; je größer dieser Zusatz, desto besser ist das Opium.
Dieser Crtract wird in runde Kuchen von 4 — 16 Unzen Schwereund drüber geformt, in Blätter von Mohn oder andern narkotischenPflanzen eingewickelt, und vollends in der Sonne getrocknet. Zwei PfundMobnsaamen auf i5o Ol§uß Acker angebaut, geben 7 —iiPfd. Opium.Guibourt berichtet, daß das Opium, welches nach Frankreich, beson-ders nach Marseille kommt, noch umgeformt wird; man macht es näm-lich wieder weich, mengt allerlei fremdartige Substanzen bei, knetet esund umgiebt es von neuem mit Mohn - und Tabaksblättern. Da mauferner ziemlich oft Saamen einer Ampferart auf der Außenseite des gu-ten Opiums bemerkte, so trägt man Sorge, es ganz damit einzustreuen,außer der großen Menge, welche man schon hineingeknetet hat.
Die Masse eines ächten guten Opiums ist dicht, völlig undurchsich-tig, zwischen den Fingern sich erweichend, beim Schneiden insgemeinsich etwas zerbröckelnd, auf dem Bruche etwas glänzend, übrigens ziem-lich gleichförmig röthlichbraun, von einem erst bitterlichen ekelhaften,nachher aber scharfen beißenden, allmälig etwas brennenden anhaltendenGeschmacke, und von durchdringend ekelhaftem und betäubendem Gerü-che. Den Speichel macht es beim Kauen grünlich und schaumig. Aufdem Papiere giebt es einen hellbraunen unterbrochenen Strich. DasPulver ist lichtbraun und leicht wieder zusammenbackend.
Verwerflich ist das ganz dunkelbraune, schwärzliche , schwach oderbrenzlich riechende, mit fremdartigen Theilen verunreinigte, den Spei-chel stark braun färbende, völlig ausgetrocknet nicht mehr zähe werdendeund sich erweichende, sondern zum staubigen Pulver zerreibliche, undeben so das zu weiche und schmierige Opium. Ein mit Sand vermeng-tes, mit Süßholzsast, Aloe u. s. w. verfälschtes ist an dem Knirschenbeim Schneiden und durch den Geschmack zu erkennen.
P faff (Trommsd. N. 2. Vll. 1 . S.428.) berichtet von einer schlech-ten Sorte Opium, welchethmunterdem Namen „ostindischesOpium" vor-gekommen ist. Es kommt gewöhnlich in etwas platten Kugeln von Z 4Zoll Durchmesser vor, ist viel dunkler, beinahe pechschwarz , hat nicht so-wohl den eigenthümlichen Geruch des Opiums, als vielmehr einen eigen-thümlichen virösen Geruch,einigermaßen nach Bilsenkraut mit einer süßlichenBeimischung. Auf dem Bruche ist es nicht schimmernd, au der Lichtflammenicht brennend, giebt auf dem Papiere nur einen matten Strich. Seinewäßrige Tinctur wirkt übrigens durch freie Säure eben so stark auf dasLackmuspapier und bringt mit Eisenlösungen eine eben so lebhafte carmoism-rothe Färbung hervor, wie die wäßrige Tinctur.des besten Opiums. Bei