Opium
Saß das Opium 12 Procent Morphium, 4 Prvcent Oxian und soPro-cent bittern Ertractivstoff enthalte. (Vergl. Berl. Iahrb. XIX. S.SW.; XXVI. I. S. 2 LL.; XXVI. S. 262 . Pfendler's chemische Ab-handlung über das Opium.)
Merck (Geiger's Magazin. August 1826 . S. 147 .) erhielt, als erdas Opium nach Robinet's Anleitung mit einer Kochsalzlösung aus-zog: salzsaures Morphin und mekonsaures Natron, keine Kodsäure.Das salzs. Morphin, von dem Ertractivstoffe sehr gefärbt, ließ sich größ-tentheils davon befreien durch öfteres Abraucheu und Wiederauflösen inkaltem Wasser, wodurch endlich das salzs. Morphin in großen farblosenstrahlenförmigen Krystallen erhalten wurde, welches erst aus der geistigenAuflösung in den schönsten, weißen, stark glänzenden Krystallen anschoß.Der ausgeschiedene Ertractivstoff bildete in der Wärme eine harzigeMasse, die sich kneten und ziehen ließ.
Der Opiumrückstand wurde nun mit verdünnter Essigsäure digerirt, dieFlüssigkeiten zur Trockne verdunstet, und mit kaltem Wasser wieder aufge-weicht. Dieses wurde von neuem verdunstet und wieder aufgelöst, um denErtractivstoff abzuscheiden, wodurch eine leichte braune Masse von pulveri-ger Consistenz erhalten wurde, die zweimal mit kochendem Weingeiste be-handelt nach dem Erkalten Narkotinkrystalle gab.
Aus diesen Versuchen ergebe sich die Eristenz des mekonsauren Mor-phins und Narkotins, welches letztere als schon gebildet und für sich beste-hend anzunehmen sey. Vorzüglich häufig sey dasselbe in den sogenanntenRemanenzen der Opiumtincturen enthalten, weshalb der von Mehreren ge-machte Vorschlag, diese Rückstände durch Behandlung mit Essigsäure aufMorphin zu benutzen, nicht zu billigen sey, indem man aus denselben nureine unbedeutende Menge Morphin, wohl aber viel Narkotin erhalte.
Nach dieser Analyse bestehen 2 Pfund Opium aus: Ertractivstoff iüUnzen; mekonsaurem Morphin 4 Unz^n; Narkotin l Unze; eigenthümlicherSaurer Unze, Pflanzenfaser 4 z Unze, wäßriger Feuchtigkeit z Unzen; fet-tem Oele, narkotischem Stoffe und Verlust 2; Unze.
Geiger (Magazin. August 1826. S. 164 .) hat inländisches Opium«nalpsirt und aus demselben erhalten: Morphin, Mohnsäure, harzigenbraungefärbten Ertractivstoff, Fett und Harz, Kautschuk, Kleber oder Ei-weiß. Die Asche enthielt vorzüglich Phosphorsauren Kalk. Dem inländi-schen Opium mangelte nur der nauseose Geruch des frischen weichen orien-talischen Opiums. Im Allgemeinen enthält es jedoch weniger Morphinals das orientalische Opium.
Das Opium ist ein sehr geschätztes und in vielen Fallen unentbehrli-ches Heilmittel von narkotischer Wirkung. Diese leitete man früher bald»Meiner darin enthaltenen kleberartigen Materie, bald von einem uarko-tsichen Ertractivstoffe, bald von einem flüchtigen Principe ab, bald glaubtewau, sämmtlichen Bestandtheilen des Opiums hänge die narkotische Kraftao. Die Entdeckung der beiden krpstallisirbaren Stoffe im Opium durch