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Dervsne und Sertürner berichtigte die früheren Meinungen, ohnedaß jedoch alleIweifel, sowohl über die chemische Constitution des Opiums,als darüber gehoben zu seyn scheinen, welchem Bestandtheile die narkotischeWirkung des Opiums zugeschrieben werden müsse. Sertürner schloß sei-nen Versuchen zufolge, daß das Opium, abgesehen von dem Harze, Oeleu. s. w., mekonsaures Morphin enthalte, welches durch Einwirkung deskalten Wassers in leicht lösliches saures und in schwer lösliches basischesmekonsaures Morphin getrennt werde, vorausgesetzt, daß es keine an-dern Pflanzensäuren sind, welche das Lackmuspapier rothen. Der Er-tractivstoff werde ebenfalls in zwei Theile getrennt, wovon der eine,welcher sich in freiem Austande befindet, aufgelöst werde, und der andereohne Zweifel mehr orydirte Theil mit dem basischen mekonsauren Mor-phin im Rückstände bleibe, und mit Alkohol digerirt basisches mekon-jaurcs Morphin nebst einer Verbindung des Morphins mit dem in Wasserfast unlöslichen, in den Sauren aber leicht löslichen Ertractivsioffe bilde,welchen letzteren Sertürner daher später als eine Säure anzusehengeneigt war. Robinet glaubte, daß das Morphin an die Kodiksäure,die Mekonsäure aber an das Natron gebunden sey.
Nach Sertürner ist das Morphin als der eigentlich wirksameBestandtheil des Opiums anzusehen, da es schon zu einem Gran inZeit von einer Stunde genommen, Neigung zum Erbrechen, dumpfenKopfschmerz und Betäubung verursache. Orfila fand es selbst in einerGabe von 12 Gran schwächlichen Hunden gegeben ohne Wirkung, wo-gegen seine narkotische Wirkung sogleich entwickelt werde, wenn man esin Form eines Salzes reiche, wo es leicht von dem Magensafte aufge-löst werde. In den Versuchen von Vogel und Sömmerrtng (Schw-I. XXIIl. S. 21 .) zeigte sich das mit Säuren verbundene Morphin mGaben von 4—1» Gran sehr wirksam. Nach Magendie's AngMisoll das Morphin erst in Gaben von zo — eo Gran bei mittelmäßiggroßen Hunden Schwindel, konvulsivische Bewegungen und nach 4-sStunden den Tod bringen. Größere und ausgewachsene Hunde ver-tragen große Gaben desselben, ohne davon zu unterliegen.
Lindbergsvn (Schw. N.J.Xll. 1824. S. 2 » 8 .> behauptet, daßdie narkotische Kraft nicht dem Morphin angehöre, denn wenn es vollkom-men rein ist, errege es bloß wegen des sehr bittern Geschmackes Ekel undNeigung zum Erbrechen, ein eigenthümliches Uebelbefinden im Magen undKopfweh. Dieses sey auch von Andern bestätigt worden. John Mur-ray in England habe einer Katze zwei Drachmen sauren essigs. Morphinsgegeben, und es hätten sich davon keine giftigen Wirkungen gezeigt. Nachihm ist es der Erlractivstvff, der im Opium hauptsächlich wirksam lst.(Wohl nur durch seinen Gehalt an Morphin, welches in dieser leicht lösli-chen Verbindung vorn Organismus leicht aufgenommen wird.)
Das Narkotin, dessen DaseynLindbergson ganz in Abrede stellt,da er durch Behandlung des Opiums mit Aether nur reineö unschädliches