Opium 76 t
Morphin (?) nebst Kautschuk erhalten habe, und welchem BestandtheileDerosne die narkotische Wirkung des Opiums zuschrieb, hat sich inandern Versuchen ganz unwirksam bewiesen, da es nach Magendieselbst in Gaben von A<> —4» Gran keine Narkosis herbeiführte.
Bei diesen Versuchen ist es erfoderlich, sich des Stoffes zu vergewissern,mit welchem die Versuche angestellt werden sollen, und es ist hier dasjenigezuvergleichen, was im sten Theile bei lVsorplüuin über Trennung der bei-den krystallisirbaren Stoffe angemerkt sich befindet.
DieMekonsäure, welche nach Sertürnerdenwohlthätigen Wirkun-gen des Morphins entgegenwirken, sie zum Theil vernichten soll, und vonihm als eins der fürchterlichsten Gifte der Pflanzenwelt angeklagt wurde,äußerte in den erwähnten von Vogel und Sömmerring angestelltenVersuchen in Gaben von 8 —to Gran keine giftige Wirkung, welchesauch später von Fenvgli 0 bestätigt worden ist.
Wenn nun hiernach gleich die größte Ungewißheit darüber zu bestehenscheint, welcher von den durch die neueren Zerlegungen aufgefundenen Stof-fen als der vorzüglich wirksame Stoff angesehen werden müsse, so habendoch die ärztlichen Beobachtungen im Allgemeinen dahin entschieden, daß die-ser das Morphin sey, daß vielleicht aber die Schwerlöslichkeit desselben derEinwirkung auf den Organismus entgegenstehe, diese aber sogleich hervor-trete, wenn es durch die Verbindung mit dem Ertractivstoffe oder mit ir-gend einer Säure dem Organismus zugänglicher gemacht werde.
Das Opium wird nicht nur in Substanz in Pulverform verordnet,sondern es geht auch in mehrere sehr wirksame pharmaceutische Zubereitun-gen, als Tincturen, Ertracte rc. ein. Wegen der nachtheiligen, ja denTod herbeiführenden Einwirkung des Opiums auf den menschlichen Orga-nismus, kann bei Vergiftungen die Nachweisung und Ausmittelung desOpiums eine Frage von der größten Wichtigkeit werden. Früher war außerdem Gerüche des Opiums kein Mittel bekannt, dasselbe in den ausgebroche-M Stoffen oder in den Lontenii'5 des Magens zu erkennen; jetzt habenuns die neueren Analysen des Opiums Mittel an die Hand gegeben, es durchchemische Reactionen zu erkennen, welche zwar nicht zn der vollständigenUeberzeugung in dem Grade führen können, wie es bei Arsenik-, Quecksil-ber- und Bleivergiftungen durch Darlegung der giftigen Substanz selbst""glich ist, die aber doch hinreichend sind, uns der Wahrheit sehr nahe zubringen, und den Schlüssen des gerichtlichen Arztes in Verbindung mit pa-thologischen und andern Kennzeichen eine früher nicht mögliche Gewißheitru gewähren, die sogar auch durch Darstellung einzelner Bestandtheile desOpiums vollständig zu erlangen möglich ist.
Ist noch etwas von der verschluckten Substanz vorhanden, so wird dieErkennung des Opiums leicht seyn. Ist dieses aber nicht der Fall, und essteht bloß das Ansgebrochene zu Gebote, so ist es nicht leicht möglich, dasOpium in Substanz zu erkennen, sondern hier muß das Bestreben dahinberichtet seyn, die vorzüglichsten Bestandtheile des Opiums r» ihren chemi-