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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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785
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Blutrothe, die aber beim Zusätze von Wasser wieder verschwindet, und wardie Säure in nicht zu langer Berührung damit, so ist das Piperin auchwenig verändert. Die concentrirte Salzsäure wirkt ähnlich der concentrirtenSchwefelsäure auf das Piperin, es erhält aber davon keine rothe Farbe,sondern eine dunkelgelbe. Die concentrirte Salpetersäure verwandelt dieFarbe desselben erst in Grünlichgelb, dann in Orangegelb und zuletzt inRoth, und löst es, wenn sie in genügsamer Menge vorhanden ist, ganzauf. Durch diese Behandlung wird es in Oralsäure, und in eine gelbe bit-tere Materie verwandelt.

Bei der Wärme des kochenden Wassers schmilzt das Piperin, und wirdbei höherer zersetzt-, und zwar in verschlossenen Gefäßen in Wasser, Essig-saure, Oel und Kohlenwasserstoffgas, ivobei man kein Ammoniak bemerkt.Bei der Zerlegung mit Kupferoryd wird auch kein Stickgas entwickelt, son-dern bloß Wasser und Kohlensäure erzeugt.

Hiernach unterscheidet sich das Piperin also vollständig von den Pflan-zeualkalien und steht am nächsten den Harzen , von denen an» noch andere(vergl. LolopKoiiium), wie das Harz des Copaivabalsams, Krystallisations-sähigkeit besitzen. Stoltze erinnert hier an frühere Versuche von Or.Ries, der aus der Lösung des weißen Pechs in Weingeist, wenn er Schwe-fel-, Salpeter- oder Sa'zsäure hinzusetzte, unter begünstigenden UmständenKrystalle bis zu einem Zoll Länge erhielt, die durchsichtig, weiß oder gelb-lich, fettglänzend, und von größerem sxec. Gew. waren, als das rohe Harz;durch Wasser ließ sich die Säure vollständig abwaschen, und sie zeigten sichdann in allen Verhältnissen als ein unverändertes Harz. (Auch dasZalapenharz krpstallisirt mit der Essigsäure verbunden.)

Der scharfe stechende Geschmack des Pfeffers ist nach Pelletier audie fette Materie gebunden, die man -durch Eindampfen der geistigenFlüssigkeiten erhält, aus welchen das Piperin angeschossen ist.

Die Ergebnisse dieser Analyse sind: Piperin; ein festes scharfes Oel,welches beim Frostpunkte fest wird; ein balsamisches flüchtiges Oel (daherdas über Pfeffer abgezogene Wasser mehr balsamisch als scharf ist); einegefärbte gummiartige Materie; Extraktivstoff; Aepfels.; Weinsteins.;Stärkemehl; Bassorin; Pflanzenfaser.

Beim Verbrennen lieferte der Pfeffer eine reichliche Menge Asche,die aus salzs. Kali, Phosphors. Kali, Phosphors. Kalk und Phosphors.Bittererde bestand. Auch Iirkonerde will man in dieser Pflanze aufge-funden haben.

Poutet zu Marseille hat, ohnePelletier's Analyse zu kennen,ebenfalls den schwarzen Pfeffer untersucht, und fast dieselben Resultate er-halten. Das Piperin konnte aus dem schwarzen Pfeffer nicht so leicht färb«los erhalten werden, er bereitete es daher aus dem weißen Pfeffer auf fol-gende Weise. Das geistige Ertract des weißen Pfeffers wird mit kaustischemKali vermischt, das sich mit dem Fette vereinigt, so daß, wenn nachher dasGemisch mit Wasser verdünnt, und durch Leinen geseihet wird, auf dem

Dulk's preuß. Pharmak. l. bv