Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
815
JPEG-Download
 

kstAnka

8i5

scheu dem oder» Honiggefäß «nd dem Fruchtknoten. Frucht: eine häutige,«Muffige, weichstachlige Steinfrucht mit dunkel-purpurnen Widerhaken.

Die Peruaner bezeichnen diesen Strauch mit dem Namen Ratanha,welches sich auf die kriechende Beschaffenheit der Wurzel bezieht. DieseWurzel ist sehr ästig, i —iz Spannen lang. von der Dicke eines Feder-kiels bis zu der eines Daumens; die Neste sind etwas gedreht, und biswei-len auch mit sparsamen feinen Fasern beseht. Aenßerlich ist sie dunkelbraunroth, innerlich hat sie eine gelblichrökbliche Farbe. Die innere Sub-stanz ist fest, sehr hart, holzig, und beinahe geschmacklos; die dunkelbraun-rcthe Rinde, eine Viertellinie dick, hat einen sehr starken zusammenziehen-den Geschmack, und nachher eine geringe Bitterkeit. Diese Rinde ist wirk-samer als der innere Kern, daher die dünneren Stücke, welche nach Ver-hältniß mehr Rinde besitzen, vorzuziehen sind.

Eine zweite Art, lirameria lxina lstinn. cHayne VIII. 13.), sowohlauf dem Festlande Südamerikas alö auch besonders auf den Antillen ein-heimisch, liefert die Ratanha der Antillen, welche mit der peruanischen Ra-tanha übereinstimmen soll, aber wohl nur selten angewendet worden zuseyn scheint. Ueberhaupt sind die Wurzeln der Krameriaarten sämmtlichaußerordentlich adstringirend. Eine besondere neue Ratanhawurzel hat Hr.Giesb eer (Brandes's Archiv II. S- 256 .) unter der gewöhnlichen Sorteaufgefunden, welche sich durch weißgelbe Farbe des holzigen Theils, so wiedurch die in das Graue fallende Farbe der Rinde und einen weniger zu-sammenziehenden Geschmack unterscheidet.

Trommsdorff, Vogelund Gmelin (Taschenbuch i 8 ro. S. 34 .)haben zu gleicher Zeit diese Rinde einer Untersuchung unterworfen, undfolgende Resultate erhalten. Nach Trommsdorff enthalten 100 Th.:eigenthümlichen Gerbestoff 42 , 5 ; Gummi 17,5; besondern Ertractivstvff25;Faserstoff 15. Der holzige Rückstand der Wurzel hinterließ nach dem Ver-brennen eine Asche, die aus basischem kvhlens. Kali, schwefelst Kali, salzs.Kali, Kieselerde, Thonerde, kvhlens. Kalk,Eisenorpd und Kupferoryd bestand.

Nach Vo gel soll der kalte Aufguß durch schwefelst Eisen dunkelgrüngefärbt werden, wie ein Chmaaufguß, wogegen Trommsdorff einenviolettrothen Ausguß, wie bei dem Galläpfelaufguffe, erhallen haben will.Dieser Widerspruch hebt sich dadurch, daß bei V 0 ge l's Verfahren mehrnur der reine Gerbestoff, bei Trommsd orff's Verfahren zugleich dieGallussäure, deren Anwesenheit Peschier bewiesen hat, mit im Spiele>var. Denn auch P faff erhielt die Farbenanderung ins Grüne, die sichober schnell ins Olivengrüne und Braungrüne verwandelte. Bei mir er-folgte jedoch diese Umänderung der ursprünglich grünen Farbe, die schnellvlivengrün wurde, ins Braungrüne nicht sogleich, sondern erst nach einigerZeit mit Trübung. Nach Vogel enthalten 100 Th. Ratanhawurzel: brau-nes adstringirendesPcincip(Modificarion des Gerbestoffes) 4 y; Schleim i,s;Stärke 0,5; Holzfaser 48; Wasser und Verlust »0. Die Asche enthieltätzenden, schwefelst und kohlens. Kalk, kohlens. Talkerde und Kieselerde.