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Petersburg gebracht, wo sie noch einmal untersucht wird, ehe sie in denHandel kommt. Dieses ist die russische oder moskowitische Rhabarber. Manerhält diese Sorte Rhabarber in vieleckigen, etwas länglich-runden oderflachen, platten, fast handgroßen, zwei Zoll oder weniger dicken, obermpferdehufähnlichen, mit s Zoll weiten Bohrlöchern versehenen, bisweilendergestalt ausgehöhlten Stücken, daß manche davon einer Rinde nicht un-ähnlich sind. Von außen ist sie röthlichgclb und weiß gestreift, bisweilenwie mit einem gelben Pulver bestreut, auf dem Bruche aus Rosenroth,Weiß und Gelb wie eine Muskatennuß marmorirt, oft wie in sternförmigenSchattirungen. Ihr Gewebe läßt sich leicht mit den Fingern zerbröckeln,ihre Substanz knirscht beim Kauen zwischen den Zähnen (von dem einge-sprengten «als. Kalke), und färbt den Speichel gelb. Der Geschmack istekelhaft bitter, etwas scharf und zusammenziehend, der Geruch eigenthüm-lich widrig. Die Löcher rühren zum Theil davon her, daß die verdorbeneSubstanz der vorhin des AufhängenS wegen gemachten Löcher weggeschnit-ten wird, daher sie bisweilen ) — ; Zoll weit sind, zum Theil werden siein Rußland gebohrt, um die innere Substanz der Stücke zu prüfen.
Die chinesische oder indische Rhabarber, von derselben Abstammung, istjedoch im Ganzen etwas hellfarbiger, als die russische, matter, schwerer (vomTransport über das Meer), derber. Die meistens z-4 Zoll laugen undeiuige Zoll dicken Stücke sind bald walzenförmig, bald auf einer Seite erha-ben, auf der andern glatt, oder wie zusammengedrückt und gepreßt, aufbeiden Seiten flach, mit kleinen Löchern versehen, worin sich bisweilen nochdie Schnur findet, welche zum Aufhängen gedient hat. Auch diese Sortekommt jetzt sehr häufig geschält vor, wie die russische, von welcher sie sichaber durch die festere Tertur, durch die kleinen Bohrlöcher und durch dieuntermischten schlechten Stücke unterscheidet. Beim Einkaufe muß man da-her zuerst von den Stücken den täuschenden Staub entfernen, womit sie be-deckt sind, und nicht selten wird man die schwersten Stücken im Innernfeucht und schwarz, die leichtesten von Jnsccteu durchbohrt finden. Solchewurmstichige, schwärzlich gefleckte, schwammige, feuchte, leichte, vonaußen braune, inwendig nicht rosenroth und weiß marmorirle Stückesind durchaus verwerflich. Bei der russischen Rhabarber werden dieWurmlöcher durch eine Masse von Rhabarber- auch wohl Kurkumepul-ver und Gummischleim ausgefüllt, was jedoch leicht zu entdecken ist.
Die Cultur der Nhabarberpflanze wird jetzt in England, Frankreichund auch in Deutschland, namentlich der Rheinpfalz betrieben, und die Eng-länder sollen bereits Versuche gemacht haben, die englische Rhabarber derchinesischen unterzuschieben. Im Allgemeinen besteht die europäische Rha-barber aus kleinen, in die Quere zerschnittene», mehr oder weniger grünlich-gelben, unansehnlichen, zusammengeschrumpften Stucken, die zwischen denZähnen nicht knirschen, und viel bitterer aber wenig zusammenziehendschmecken. Die Engländer sollen indeß ihre Rhabarber besonders zubereite»,und Brandes (Pharmaceutische Zeitung) ist dadurch veranlaßt worden,