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sind. Sie öffnen sich an der Spitze von innen, und aus der Naht ent-springen feine Fäden oder Mutterkuchen. Diese dienen den Saamen zurAnhestung, welche zu drei in jeder Klappe dachziegelartig übereinanderstehen. Der Saame ist gebogen, an einem Ende stumpf, rußschwarzpunktirt, von anfangs fadem, bald darauf bitterm, endlich scharfem undekelerregendem Geschmacke.
Die Indianer, welche mit den Saamen Handel treiben, sind be-müht, das Erkennen der Pflanze zu verhüten, machen deshalb die Ris-pen durch Zerreiben unkenntlich, und bewirken durch ein schwaches Dör-ren, daß die Saamen die Keimkraft verlieren.
Was wir im Handel als Sabadillsaamen erhalten, ist ein Gemengevon Saamenkapseln, theils ohne, theils mit noch darin sitzenden Saamen,und von losen Saamen und Blumenstielen. Die Saamenkapseln habeneine bräunlich strohgelbe Farbe; die Saamen sind an einem Ende stumpf,an dem andern zugespitzt, auf der einen Seite ziemlich platt, auf derandern bauchig, scharfrandig, etwas zusammengedrückt und runzlig,auswendig dunkelbraun, inwendig weiß. Sie sind ohne merklichen Ge-ruch, haben aber einen äußerst scharfen, bittern, lange anhaltendenGeschmack, und hinterlassen lange eine Trockenheit im Halse.
Meißner (Trommsd, N. I. V. i. S. Z.; Schw. I. XXV. S. ZZ7.)hat diese Saamen zerlegt. Er digerirte den mehrere Tage in einem mäßigwarmen Sandbade ausgetrockneten und dann gröblich zerstoßenen Saamenmit Aether und erhielt ein gelbliches oben aufschwimmendes Oel, mit et-was talgartiger Materie, und ein fast braunes Harz von einem scharfen,auf der Junge bleibendes Brennen verursachenden Geschmacke, welcher nichtvon einem Alkaloid herrührte, da er ihm nicht durch verdünnte Schwefel-säure entzogen werden konnte. Der Saamenrückstand wurde mit absolutemAlkohol ausgezogen, der beim Erkalten Mpricin fallen ließ, und nach demAbrauchen ein Ertract gab, welches durch Schwefeläther und Wasser weiterzerlegt wurde in Ertraccivstoff mit Wanzensame, süßen und gummigenErtractivstoff, Hartharz, scharfes Harz, fettes Oel und Sabadillin. DieWanzensame gab mit den Eisenorpdauflösungen eine grüne Trübung, nacheiniger Zeit einen graugrünen Niederschlag. M. hält dieselbe für eine ei-genthümliche Säure. Der Saamenrückstand wurde nun ausgekocht. Wah-rend des Abrauchens entwickelte sich ein unangenehmer Geruch, und ein pul-veriger grauer Bodensatz schied sich ab, der aus orals. Bittererde bestand,welche beim Niederfallen etwas eines traganthähnlichen Stoffes sich verbun-den hatte. Das Ertract wurde mit Weingeist von 75 Procent behandelt,weicherem saures pflanzensaures Kali, dessen Säure wahrscheinlich mit derobigen identisch war, salzs. Kali und eine thierisch-vegetabilische Materie(Phyteumacolla) aufnahm; das Unaufgelöste war der grimmige Ertractivstoffmit schwefelst, salzs. und andern kaliscben Salzen verbunden. Hierauf wur-de mit Aetzlauge gekocht, wodurch Ertractivstoff aufgelöst wurde, undPflanzenfaser im Rückstände blieb, welcher eingeäschert wurde.