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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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der französische Weltumsegler v. Bong ainville von Otaheite nach denAntillen gebracht, welche größer, stärker ist, der Kalte besser widersteht,und eine viel größere Menge Zucker giebt. Es würde sich dieses Zuckerrohrvielleicht im südlichen Europa anpflanzen und im Großen bauen lassen.

Das Zuckerrohr ist aber nicht die einzige Pflanze, welche Zucker ent-hält, wiewohl keine andere hinsichtlich des Ertrages mit ihm in Vergleichkommen kann. Am reichhaltigsten nach dem Zuckerrohr ist der Zucker-ahorn (^cer raccbsrinum bstni,.), ein in den großen Wäldern vonNordamerika einheimischer Baum, und die Wurzeln der Runkelrübe(Lets vulgär» Ichnn.), von welchen auch jetzt noch eine nicht unbedeu-tende Menge Zucker in französischen Fabriken gewonnen wird. Auch dieStengel des Mays oder türkischen Korns (Leu lVIs)» enthalten

Zucker, der aber mit sehr vielem Schleim verbunden ist. Außerdem findeter sich noch in den Blüthen der meisten Pflanzen, in dem sogenannten Nec-tarium, in vielen Gräsern, Wurzeln, in den Früchten und besonders inden Trauben, doch ist dieser Zucker vom Rohrzucker etwas verschieden.

Der Zucker scheint schon seit sehr alten Zeiten bei den Einwohnern vonIndien und China bekannt gewesen zu seyn; in Europa wurde er es aberwahrscheinlich erst durch die Eroberungen Alexanders des Großen. MehrereJahrhunderte hindurch war sein Gebrauch hier aufdie Medicin eingeschränkt;doch vermehrte sich der Bedarf allmälig, und nach den Zeiten der Äreuzzugebrachten ihn die Venetianer aus dem Morgenlande, verführten ihn nachden nördlichen Ländern von Europa, und trieben damit einen sehr einträg-lichen Handel. Der Anbau des Zuckerrohrs dehnte sich dadurch mehr nachden Grenzen Europas aus, nach Arabien, Syrien und Aegypten; ja auchin Sicilien und Italien, ja sogar in der Provence wurde es angepflanzt;doch waren die zuweilen strengen Winter dem Anbau hinderlich. Im Jahr1420 wurde es auf der damals von den Portugiesen eben entdeckten InselMadera angepflanzt und es ging von da nach den kanarischen Inseln, nachSt. Thomas und endlich auf die neue Welt über. Im Jahr 1506 wurdees nämlich auf Hispaniola (dem heutigen Hayti) angepflanzt, und es ver-vielfältigte sich daselbst mit so erstaunlicher Schnelligkeit, daß es im JahrI5i8 28 Zuckersiedereien auf der Insel gab, und daß man behauptete, dieprächtigen von Karl V. in Madrid und Toledo gebauten Paläste wärenallein von dem Ertrage der auf Hispanivla gelegten Auflagen bezahlt wor-den. Jetzt ist das Zuckerrohr in ganz Westindien naturalisirt worden.

Um den Zucker aus dem Zuckerrohre zu gewinnen, wird dieses, bevores zur Blüthe kommt, abgeschnitten. Der obere Theil des Stengels, derweit weniger zuckerhaltig ist, als der übrige Theil, wird vor der Ernteabgeschnitten und als Steckling benutzt; das übrige Rohr wird zur Zeit derErnte nahe bei der Erde abgeschnitten, in Bündel zusammengebunden, undaufdie Mühle gebracht, welche so eingerichtet ist, daß das Zuckerrohr zwi-schen zwei großen eisernen Walzen zerquetscht und der ausgepreßte Saft auf-gefangen wird. Das ausgepreßte Zuckerrohr (Lagere) wird getrocknet und