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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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867
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öslkp L67

Knollen, für die Pflanze des künftigen Jahres bestimmt, ausgebildethat; oberhalb dieser Knollen entspringen mehrere fleischige einfache Wur-zelfasern. Die ganze Pflanze ist der ersteren sehr ähnlich, welche jedochbedeutend größer ist; auch sind die Blätter der weiblichen Orchis läng-lich, kahnförmig gefaltet, bei genauer Betrachtung punktirt und silber-ähnlich schimmernd, die Farbe der Blüthen geht von dem gesättigtenViolett bis in reines Weiß über.

Vorzüglich von diesen beiden Orchisarten, die am häufigsten vorkom-men, aber auch von andern Orchideen, als o. milil»ri§, p^r-rmläsliz, ms-Istikolis, wird die Wurzel als Salepwurzel benutzt. Man sammeltzur Aeit, wenn die Pflanze im Verblühen begriffen ist, die jungen festenKnollen, bringt sie, nachdem sie zuvor gereinigt worden sind, einige Minu-ten in kochendes Wasser, und trocknet sie hierauf schnell aus. Dadurch er-halten sie das eigenthümliche hornartige Ansehen, und verlieren den unan-genehmen Geruch, den sie im frischen Zustande besitzen.

Die im Handel vorkommenden Salepwnrzeln erhalten wir großentheilsaus der Türkei und Persien. Sie sind gewöhnlich gefädelt, haben einenschwachen Geruch, und einen schleimigen, schwach salzigen Geschmack.

Beissenhirtz (Brandes's Archiv XXII. 2.1827. S. 11z.) bestätigtdie schon von Mehreren gemachte Erfahrung, daß auch unsere Orchideen einegute Salep geben. Die beste wurde von Orckir -norio, m->5cul« und mi-lilarls erhalten; die von o. iLtikali« und m->cuIal-> stand nicht viel nach;0 . bikoli» liefert eine schlechte Salep, die keine Anwendung finden kann.Die Zeit der Einsammlung ist Hiebei vorzüglich zu berücksichtigen; die besteZeit hiezu ist der Monat Juli und später, wenn die Blumen abfallen undder Stengel anfängt welk zu werden; alsdann ist die neue Wurzel vollkom-men ausgebildet, zur Salep reif, und giebt f bis f Ausbeute. Die Zube-reitung besteht darin, daß die Wurzeln, wenn sie gesammelt sind, mit kal-tem Wasser schnell abgewaschen, gereinigt und hierauf in kochendes Wassergeschüttet , einmal aufgekocht und zum Ablaufen aufein Sparsieb gebrachtwerden. Hiedurch wird die Wurzel, die fast ganz aus Amylum be-steht, klar, durchsichtig, und verliert ihren widerlichen Geruch. Hier-auf werden sie in einem geheizten Trockenofen so schnell als möglich ge-trocknet. Werden sie langsam getrocknet, und liegen nur 12 Stundenim feuchten Zustande, so werden sie sauer, schimmlig und verderben.Durch das Kochen der Wurzeln in Wasser geht immer ein Theil deSSchleims verloren; Beissenhirtz versuchte daher, um diesen Verlustzu vermeiden, die Wurzeln in ihrer eigenen Feuchtigkeit klar zu kochen,was im Wafferbade sehr gut gelang.

Im kalten Wasser schwillt das Saleppulver auf, ohne eine schleimigeAuflösung zu geben; kochendes Wasser löst dagegen das Pulver zu einemsehr dicken Schleime auf. 1 Th. Pulver macht 48 Th. Wasser zu einemsehr dicken Schleime. Diese Auflösung wird von den metallischen Salzennicht verändert, nur das essigsaure Bleioxyd giebt einen weißen flockigen

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