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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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abstehender 1 — 2 Zoll langer, mit 5 — 6 Blättern besetzter Aestchen. DieKätzchen sind iz- 2 Zoll lang, ziemlich dick, stumpf und gelb.

Die Brucbweide kommt in mehreren Gegenden Deutschlands vor.Der Baum wird nicht sehr stark; die Aeste brechen bei starkem Winde.Die ausgewachsenen Blätter haben eine mehr eiförmige Basis, und sindauf beiden Seiten grün. Die Blüthen kommen gleichzeitig mit den Blät-tern hervor. Die Spindel der Kätzchen ist stark behaart, weißwollig.

Da die Lorbeerweide weit seltener in Deutschland gefunden wird alsandere Arten, so wird die officinelle Rinde größtenteils von der Bruch-weide, aber auch wohl von andern Weidenarken, als 8. «Il>s, vliellin»und kuüieli'gna, im ersten Frühjahr von zwei - und dreijährigen Aestengesammelt. Der Geschmack ist bitter und stark adstringirend, der Ge-ruch mehr oder weniger balsamisch.

Diese Rinde ist für ein Surrogat der China gehalten, und daher,bei der von Pelletier und Caventou (Trommsd. N. I. Vl. 4. S.11;.) unternommenen Analyse, auch besonders nach einem Alkalvid ge-forscht worden; es konnte aber mittelst gebrannter Talkerde kein Alka-loid dargestellt werden. Die Weidenrinde enthält nach dieser Analose:Gerbestoff; eine noch nicht genau bestimmte Säure; eine rothbrauneharzige Materie; ein grünes Balsamharz; gelben Farbestoff und Gummi,

Büchner sRepert. XXIX. S. 411.) hat dadurch, daß, nachdem ausdem wäßrigen Jnfusum durch essigsaures Bleioxyd der Gerbestoff abgeschie-den, die vom Niederschlage abfiltrirte Flüssigkeit mit Schwefelwasserstoff,Eiweiß und Knochenkohle gereinigt, und dadurch eine wafferklare, fastungefärbte, sehr bittere Auflösung erhalten worden, aus derselben durchKochen mit Aetzammoniak die Essigsaure größtenteils verflüchtigt wurde,bei fernerem Abdampfen eine Masse in Gestalt eines gelblichen Ertractserhalten, welches mit vielen nadelförmigen Krystallen untermengt war,einen sehr intensiv bittern Geschmack besaß, und von Wasser, Alkoholund Säuren leicht aufgelöst wurde. Diesen bittern Bestandtheil, Sali-cin, gelang es nicht, frei von allem Farbestoff darzustellen, und wenn ergleich nicht auffallend alkalisch reagirt, so dürfen wir ihn doch, nachBuchner's Meinung, füglich den Alkaloiden anreihen, da er mit Säu-ren krystallisirbare Verbindungen einzugehen scheine. Schon früherwollte Fontana, ein italienischer Pharmaceut, eine Salzbasis, gleich-falls von ihm Salicin genannt, gefunden haben, deren Verbindung mitSchwefelsäure bedeutende medicinische Wirkungen haben soll. Bedarfnoch Bestätigung.

Die Weidenrinde läßt sich nicht gut pulvern; sie stellt bann ein sehrleichtes und lockeres Pulver dar. Sie wird als chinavertretendes tonufches Mittel in Pulverform, oder zweckmäßiger in der Abkochung undim Ertracte gegeben. Als adstringirendes Mittel wurde sie schon vongriechischen und römischen Aerzten gebraucht. t 6 Unzen Rinde gebenL Unzen wäßriges Ertract.