Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
873
JPEG-Download
 

8smbueus

878

in diesem befindet sich eine sehr vollkommene Markröhre. Die gegenüberste-henden, unpaarig-gefiederten, tief grünen Blätter bestehen aus gleichfallsgegenüberstehenden, fast auffitzenden, eiförmig-zugespitzten, am Grunde et-was herzförmig ausgeraubeten, am Rande gezähnten Blättchen. Die gelb-lichweißen, kleinen, zahlreichen Blumen stehen an den Enden der Zweige inAfterdolden auf einzelnen und ästigen Stielchen. Der Kelch ist einblättrig,bleibend, die Blumenkrone radförmig, ausgebreitet. Die Frucht ist einerundliche, einfächrige, mehrkernige, schwärzliche Steinfrucht von der Größeeiner mittelmäßigen Erbse, und von den Kelchzahnen gekrönt. Sie enthälts Steinchen oder kleine Kerne, schmeckt süßlich - säuerlich und ist mit einemschwarzröthlichen Safte erfüllt

Der Fliederbaum blüht im Mai und Juni, zuweilen auch im Herbstezum zweiten Male. Die Früchte, Fliederbeeren, reifen im September.

Sowohl in Hinsicht auf Blätter als auf Beeren giebt es mehrere Ab-änderungen.

Zum pharmaceutischen Gebrauche sammelt man die ganzen Blumenbü-schel ein, von denen man aber die langen Stiele abschneidet. Man trocknetsie schnell, ohne sie zu wenden, wobei sie sehr zusammengehen. Diese Blu-men besitzen einen eigenen, stark balsamischen, den Kopf etwas einnehmen-den Geruch, und einen schleimig bitterlichen Geschmack. Zuweilen werdensie wohl mit den widrig riechenden Blumen des Attichhollunders (SsmbucurLbulu; I^i'nn. , Düsseld. Samml. XVI. jg. Hayne IV. 1 S.), deren Farbeins Röthliche spielt, und welche dreimal gestielte Afterdolden bilden, so wieauch mit den Blumen des rothen oder Traubenhollunders (Sambueur raos-Hn.), die aber eine gelbliche oder grünliche Farbe haben , und keineAfterdolden, sondern eine eiförmige Traube bilden, verwechselt.

An großer Menge destillirt liefern die Fllederblumen nachLewis einegeringe Menge ätherisches Oel von butterartiger Beschaffenheit. Diese starkeCvnsistenz des Oels verhindert seine Verflüchtigung beim Trocknen der Blu-men, daher diese es vollkommen beibehalten. Der Aufguß ist röthlich undhat einen eigenthümlichen ekelhaften, etwas bitterlichen Geschmack, Eisen-auflösungen verändern seine Farbe ins Dunkelolivengrüne; Galläpfeltincturbringt einen reichlichen flockigen Niederschlag hervor. Das essigs. und sal-kelers. Blei, das vrydulirte salpeters. Quecksilber fällen ihn gleichfallsreichlich, auch das salzs. Zinn. Salpeters. Silber ist ohne merkliche Wir-kung darauf.

Nach einer Analyse von Elias 0 n (Trommsd. N. I- IX. j . S. 245 .)bestehen die Hollunderblüthen aus: 1) einem eigenthümlichen ätherischenDele, welches bei gewöhnlicher Temperatur fest und krystallinisch ist, undden Geruch des Hollunders im höchsten Grade besitzt; 2) Schwefel, durchdie Reaction des mit essigs. Bleioxyd getränkten Papiers, das in die De-stillirblaseaufgehängt wurde, wahrgenommen; 3) einer eigenen Art Kleber,E noch näher zu untersuchenden Krystallen vermengt; 4 ) Eiweiß; 5)Schleim; 6 ) Harz; 7) adstringirendem Stoffe; 8 ) stickstoffhaltigem Ektrac-

v