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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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875
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Lsrnbueus (koob)

eine hineingestellte polirte Messerklinge. Zeigt sich auf dieser ein Be-schlag von metallischem Kupfer, sv schütte man das Roob in einen ei-sernen Kessel, verdünne es mit Wasser, und koche es über gelindem Feuerunter beständigem Umrühren mit einem eisernen Spatel, der, sobald ermit einer kupfrigen Rinde bedeckt ist, mit einem frischen sv lange vertauschtwird, bis der zuletzt gebrauchte Spatel nach leichtem Abspühlen mit Wasserauch nicht die geringste Spur von Kupfer zeigt. Dann seihe man, zurMcheidung der stets noch vorhandenen Unreinigkeiten, das Ganze durch,und rauche es bei gelindem Feuer zur gehörigen Consistenz ab.

Das Fliedermuß, als ein bewährtes schweißtreibendes Mittel be-kannt, wird in der Auflösung verordnet.

Zu erwähnen ist hier noch des Hollunderschwammes, ?ungur La-n-bucs. (Lxists« Aurivul» lluil«« krisr. rmricul» I.INN. Iudasvhr»

Düsseld. Samml. XI. 15.), welcher vorzüglich auf alten Hollunderstammenund zwar im Frühjahre, besonders gegen die Nordseike zu vorkommt. Ersitzt mit seinem Mittelpunkte ohne Stiel auf dem Holze fest, bildet eine mitungleichen Windungen durchzogene concave Figur, so daß er in seiner Ge-stalt und Größe einigermaßen dem menschlichen Ohre gleicht. Frisch ist erbesonders im Innern und oben glänzend, glatt, fühlt sich schlüpfrig an,die äußere Fläche ist matt mit erhabenen Adern durchzogen und mit sehrfeinen zarten, kurzen, dichtanliegenden Härchen besetzt. Die weiche leder-artige Substanz ist sehr dünn, l — z Linie dick, durchscheinend, nach allenRichtungen zerreißbar, im Bruche glänzend. Die Farbe des frischen oderangefeuchteten Schwammes ist mehr oder weniger hellbraun. Der Geruchist eigenthümlich, dumpf; Geschmack nicht bemerkbar. Durchs Trocknenschwindet der Schwamm sehr zusammen, wird hart und zerbrechlich; dieinnere Flache ist jetzt mehr dunkelbraun, die äußere hellgrau.

Dieser Schwamm wird häufig verwechselt mit dem buntgestreiften Lö-chervilz (öolkius verricolor lttnn., ?olypc>rur vei-Li'colvr HUeH, welchersehr häufig an alten abgehauenen Baumstämmen oder Wurzeln in Wäldernvorkommt, im frischen feuchten Zustande oft sehr schön blau, grün und vio-lett und mir andern Farben, mit Streifen längs der Peripherie gezeichnet>st. Die untere Fläche ist völlig mit sehr feinen Poren bedeckt (daher seinName Löcherpilz), frisch weißlich, trocken hell- oder dunkelbraun, oftganz schwarz. Im Wasser schwillt dieser Schwamm nicht wie der vorigeauf, sondern sein Umfang bleibt unverändert, wird eher dunkler vonFarbe, und bleibt zähe und lederartig.

Der Hollunderschwamm ist den Aerzten des Mittelalters ein heilsa-mes Mittel gegen Augenentzündungen gewesen, jetzt wird er nur nochin einigen Gegenden Deutschlands als Hausmittel von den Landleutendagegen angewendet. Man legt ihn nämlich in Wasser, gewöhnlich Ro-semvaffer, bis er fast gallertartig erweicht, und bindet ihn auf dasAuge, welches, je nachdem es nöthig ist, wiederholt wird.