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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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881
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Wie Plinius angiebt, ist die Seife eine Erfindung der alten Gal-lier , die sie auS Talg und Asche bereiteten.

Die Seifen sind im Allgemeinen Verbindungen der fettigen Sub-> stanzen mit einer alkalischen Grundlage in bestimmten Verhältnissen.Diese alkalischen Grundlagen können nicht allein Alkalien, sondern auchErden und basische Metalloryde seyn, und hiernach kann man die Sei-fen eintheilen in auflösliche und in unauflösliche Seifen. Nur das Kali,

! Natron und Ammoniak geben auflösliche Seifen, die Erden und die Orpdeschwerer, Metalle dagegen unauflösliche. Nur von den ersteren kannhier die Rede seyn. Die anflöslichen Seifen sind entweder hart, d. h.sie werden durch Austrocknen an der Lust vollkommen starr und trocken,oder weich, d. h. sie werden an der Atmosphäre nie ganz trocken, sondernnehmen, wenn sie durch künstliche Erwärmung ausgetrocknet worden sind,an der Lust durch Anziehen der Feuchtigkeit wieder eine schmierige Con-sistenz an, weswegen sie auch wohl Schmierseifen genannt werden. Nurdiejenigen Seifen sind hart, welche das Natron mit dem Olivenöle,mit dem Mandelöle und mit einigen konsistenteren thierischen Fettar-ten bildet. Die weichen Seifen werden durch Kali mit den schmierigenSelen, als Rüb-, Hanf-, auch Leinöl, Fischthran u. s. w. gebildet.

Den Biidungsproceß der Seifen nennt man die Verscifung, oder Sa-ponification, und er erfodert, daß die Alkalien im reinen, d. h. im ätzen-den Zustande sich befinden. Dieses wird im Großen dadurch erreicht, daßdie gepulverte Soda oder die Holzasche, Potasche, zu einem kegelförmigenHaufen aufgeschüttet wird, in dessen Spitze man eine Grube macht, unddiese mit lebendigem Kalke füllt. Nachdem der Kalk durch Begießen mitWasser zerfallen ist, wird er noch heiß mit der Soda oder Asche gut durcheinander geschaufelt, und das Gemenge dann mit Wasser ausgelaugt, wo-durch Laugen von verschiedener Stärke erhalten werden, die besonders An-wendung finden. Bei Bereitung der harten Seife wird das Oel in demkupfernen oder eisernen Kessel erst mit schwacher, dann mit immer stärkererNatronlauge gekocht, wo dann die Flüssigkeit erst milchig, dann gallertar-tig, später teigig wird, und sich endlich die Seife von körniger Consistenzaufder Oberfläche der Mutterlauge, welche die fremdartigen Salze der Sodaaufgelöst enthält, ausscheidet; das Sieden wird aber noch einige Zeit fortge-setzt, um der Seife die gehörige Consistenz zu geben. Sobald sie diese er-halten hat, wird sie von der Mutterlauge in eine große hölzerne Form ab-geschöpft, und darin zur Bezweckung der Gleichförmigkeit gutdurcheinandorgerührt. Nach einigem Uebertrocknen wird die Seife zur Beschleunigungdes Anstrocknens zerschnitten. Beim Verseifen des Talges mit Kalilaugewird die Seife, sobald sie gebildet ist, ausgesalzt, d. h. unter Ansatz vonKochsalz so lange gesotten, bis die Kaliseife (da das Kali^richt harte Sei-fen zu bilden vermag) sich in Natronseife (vermöge der Zersetzung des Koch- *salzes durch Kali, welches durch nähere Verwandtschaft zur Salzsäure sichmir diesem verbindet und das Natron frei macht) verwandelt hat, welchesDulfls preuß. Pharmak. I. 56