I
Ülanmim
Die offlcinellen Badeschwämme werden im rothen Meere und im mit-telländischen Meere, vorzüglich bei den Inseln des Archipelagus gefischt,wo sie auf den Klippen festsitzen. Sie werden durch Abwäschen vondem thierischen Schleime befreit, und kommen nach der Feinheit svrtirrund zu verschiedenen Preisen in den Handel. Wenn sie durch Schlagenund Auswafchen von den jederzeit darin enthaltenen Conchplien, steini-gen und andern fremdartigen Theilen befreit worden, so sind sie weich, leicht,biegsam, elastisch, saugen das Wasser begierig ein, wovon sie eine großeMenge zurück behalten und beträchtlich aufschwellen. Bei ihrer Ver-brennung verbreiten sie einen den übrigen thierischen Substanzen ähn-lichen Geruch. Außer der medicinischen Anwendung, als Meerschwamm-kohle, finden die Badeschwämme im gemeinen Leben häufige Anwendung,und man bat ihnen durch chemische Bearbeitung ein gefälligeres Aeus-sere zu geben, nämlich durch Bleichen ihnen die Farbe zu entziehengesucht. V ogel hat hierzu folgende Vorschrift gegeben: Man läßt dieBadeschwämme 5—6 Tage in Wasser weichen, drückt sie während die-ser Zeit alle z—4 Stunden stark aus und wechselt das Wasser. Dieseslöst aus den Schwämmen, außer einigen salzs. und schwefelst Salzen,eine braune animalische, im wasserfreien Weingeiste unauflösliche Sub-stanz auf. Befinden sich im Innern der Schwämme kleine Conchylien undKalksteine, welche durchs Klopfen nicht entfernt werden können, so läßt mansie 24 Stunden in einer mit 30 Th. Wasser verdünnten Salzsäure liegen,welche dieselben löst. Diesorgfältig wieder ausgewaschenen Schwämme bringtman dann in schweflige Säure, die ein spec. Gew. von 1,024 besitzt. Nach-dem sie 8 Tage darin zugebracht, und während dieser Zeit zuweilen ausge-drückt worden, legt man sie 24 Stunden in fließendes Wasser, und wennsie genug ausgewaschen sind, trocknet man sie langsam an der Luft.
Die schweflige Säure hierzu bereitet man aus einem Pfunde Koh-lenpulver mit einem Pfunde Schwefelsäure übergössen, und läßt dasdurch Wärme entwickelte Gas (indem der Schwefelsäure durch die Kohle,bei Anwendung der Wärme, ein Theil ihres Sauerstoffs entzogen,hierdurch Kohlensäure, zugleich aber auch schweflige Säure gebildetwird) in 18 Pfund Wasser streichen, oder in 4z Pfund, die man dannnoch mit izs Pfund Wasser verdünnt.
Heißes Wasser darf zum Auslaugen der Schwämme nicht angewandtwerden, denn sie werden dadurch sehr zusammengezogen, die Poren ver-kleinern sich und sie nehmen eine gewisse Härte an, die sie fast zer-brechlich und zum Bleichen ganz untauglich macht.
Man hat auch Chlor als Bleichmittel angewandt.
Ltannum. Zinn.
Wird auö den Zinnerzen vorzüglich in England und Ost-
indien bereitet.
Ein weißes, dehnbares Metall, beim Biegen knisternd, auf