Ltidium sulpliuratum
unmerkliche Ausdünstung. Ihr Gebrauch als Heilmittel wurde zuerst vonMönchen eingeführt, des durch diese gemachten Mißbrauchs und der dadurchhervorgebrachten schädlichen Erfolge wegen aber im Jahre 1566 von derFacultät in Paris gänzlich verboten. GuyPatinhat ein Verzeichniß derdurch den Gebrauch des Spießglanzes umgekommenen Märtyrer geschrieben.Das Verbot erhielt sich beinahe Ion Jahre, bis endlich die Aerzte in Parisdurch eine Mehrheit von Stimmen es wieder für nützlich erklärten. Manberichtet, es sey vonBasil bemerkt worden, daß einige junge Schweinenach dem Genusse des Spießglanzes in kurzer Zeit sehr fett geworden, erhabe diesen Dienst auch einigen Klosterbrüdern erzeigen wollen, wodurch aberviele ums Leben gekommen seyen. Hiernach habe auch das Metall seinenNamen erhalten, von dem griechischen Worte «„7-, (gegen) und dem fran-zösischen Worte moins (Mönch). Daß aber der Name Antimonium schonsehr früh gebraucht worden sey, ist bereits erwähnt.
Ehemals bereitete man aus dem wegulur ^ntimonü Kugeln von 8—t<>Gran, deren man sich als Brech- und Purgirmittel bediente. Da nun dieseKugeln wieder ausgebrochen oder mit den Ercrementen wieder ausgeleertwurden, so nannte man sie ?iluls- perpetuae. Aus demselben Metall mitetwas Zinn versetzt waren die sogenannten Brechbecher (?oc»Ia em-m'c«,verfertigt, in welche man Wein goß, welcher, eine Zeitlang mit demselbenin Berührung, vermöge seiner Säure bald mehr bald weniger auflösendwirkte, und dadurch brechenerregende und purgirende Kräfte erhielt.
* Lti'bium sulsrliuratuin niZrum ei'ulliim, 86Umonium (tuuduin. 8uIs»Hui'6sum Ltibii niZrum cru-
äum. Rohes Schwefelspießglanz.
Wird aus den Erzen des Schwefelspießglanzes ausgeschmolzen.
Eine dichte, strahlige Masse, mit bündelförmigen gleichlau-fenden, etwas breiten Strahlen, schwarz, metallisch glänzend,beim Reiben abschmutzend, schwer, im Feuer leicht schmelzend undsich verflüchtigend.
Das Schwefelspießglanz war schon den asiatischen und griechischenFrauenzimmern bekannt; es wurde von ihnen zum Schwarzfärben derAugenbraunen benutzt. Es wird in der Natur als Grauspießglanzerzin großer Menge gefunden. Von der Bergart wird es auf die Weisegereinigt, daß man das Erz in steinerne Krüge bringt, die über anderein die Erde eingegrabene Krüge gestellt sind. Darauf legt man Feuerin die obersten, wodurch das Schwefelautimon geschmolzen wird, unddurch ein rm Boden der Krüge befindliches Loch in die untern fließt;die ungeschmolzene Bergart bleibt in den obern zurück.
Das im Handel vorkommende Schwefelspießglanz bildet dicke runde Ku-chen, die auswendig schwarzgrau, auf dem Bruche aber mehr bleifarbig sind-