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zensaureu abweichende Eigenschaften zeige, so sey anzunehmen, daß dieSchwefelsäure, welche nach Bart h's Erfahrung von so entschiedenem Ein-flüsse bei Gewinnung der Bernsteinsäure aus dem Bernstein ist, die Umbil-dung derselben veranlaßt habe, denn diejenigen Stellen der Ostseeufer, anwelchen Bernstein gegraben wird, sind stets reich an Vitriol. Die vermehrteAusbeute an Vernsteinsäure bei einem Ausätze von Schwefelsäure möchte in-deß auch wohl eine andere Erklärung gestatten (siehe iioläum ruccinicumS. 17.), auch die Bernsteinsäure als eine Pflanzensäure ihren Eigenschaftennach nicht vereinzelt stehen, da die auf der Rinde des weißen Maulbeer-daums in Palermo vonKlapr 0 th entdeckte Manlbeerholzsäure, welche hieran Kalk gebunden vorkommt, wenig verschieden von der Bernsteinsäure ist.
Auch aus dem optischen Verhalten des Bernsteins folgert Brewster,daß er ein verhärteter vegetabilischer Saft, und daß die Spuren einerregelmäßigen Structur, die durch seine Wirkung auf polarisches Licht ange-zeigt ist, nicht die Wirkung der gewöhnlichen Gesetze der Krystallisation,sondern durch dieselben Ursachen hervorgebracht sind, welche auf die mechani-sche Beschaffenheit des arabischen Gummis u. andrer Gnmmiarten einwirken.
Der Bernstein ist, wie bemerkt worden, vorzüglich (n Preußen ein-heimisch und zwar hauptsächlich an den Küsten der Ostsee. In einzelnenStücken wird er aber auch tiefer im Lande, ferner in andern Ländern,jedoch hier seltener gefunden. So hat man ihn in der Nähe von Londonin Kieslngern, Becquerel hat ihn in einem niederen Tbonlager desSeinetbales bei Paris von mehreren verschiedenen Abänderungen, so wiesie an der samländischen Küste vorkommen, gefunden; in Frankreich hakman ihn an mehreren Orten in einem grauen schiefrigen Thone, beglei-tet von bituminösem Holze, an andern in Steinkohlen und auch in einerSchicht schwefelkieshaltiger Erde, ferner in der niederländischen ProvinzHennegau, in Schweden, Polen, Deutschland, Italien, Sicilicn und Spa-nien, auch in Nordamerika (Schw. N. 2- IV. S. 434.) angetroffen.
Der Bernstein, Agtstein (8ucoinum, Olectrum, flav»), ist
eine harte, spröde, auf dem Bruche muschelige Substanz, von glänzendglatter Oberfläche, die in' meistentheils halbdurchsichtigen, auch wohl nurdurchscheinenden und selbst beinahe undurchsichtigen Stücken von sehrverschiedener Größe vorkommt. Die Farbe des Bernsteins ist leiEci-tronengelb, aber auch in verschiedenen Graden dunkelgelb und rörhlich-braun, welche Farben bisweilen in Streifen und Adern zusammen vor-kommen. Spec. Gew. i,0S5— 1,070. Er hat kaum einigen Geschmack,auch an sich keinen merklichen Geruch, gerieben aber und noch mehr aufglühende Kohlen gestreut verbreitet er einen ganz eigenthümlichen nicht un-angenehmen, aromatischen Geruch. Durch gelindes Reiben mit Wollenzeuchwird er (der durchsichtige stärker) negativ elektrisch und diese Eigenschaftwar schon den Alten bekannt, daher sein Namen mit welchem ihn
die Griechen belegten, wegen der Aehnlichkeil seiner Farbe mit derjenigeneiner Goldlegirung, den elektrischen Erscheinungen den Namen gegeben hat.