9^4 Luccinun»
Der Bernstein ist in Wasser und Weingeist unauflöslich, jedochzieht starker Alkohol eine gelbrörbliche Tiuctur aus, die etwas Bernstein-säure enthält. Salpetersäure verwandelt ihn zuerst in eine leichte harzigeSubstanz, und löst ihn dann auf; mit Vitriolöl giebt er eine schwarze har-zige Masse, die viel künstlichen Gerbestvff enthält. In wäßrigem Kali löster sich zu einer mit Wasser und Weingeist mischbaren Flüssigkeit auf.Flüchtige und fette Oele zeigen keine oder eine sehr geringe auflösendeWirkung auf ihn, wenn er nicht durch Schmelzen in seiner Mischungverändert worden ist. Durch Kochen in Leinöl wird er jedoch weich, stdaß er sich biegen und pressen läßt, auch verliert der trübe und wolkigeBernstein durch dieses Sieden in Leinöl (wobei man nur das Springendurch schnellen Temperatnrwechsel zu vermeiden suchen muß) öfters seineFehler. Er schmilzt bei 2Zü« R. unter starkem Aufblähen, verliert da-bei aber seine Durchsichtigkeit. Bei der trocknen Destillation schmilzt er,bräunt sich, schwillt auf, giebt kohlens, und brennbares Gas, Wasser,welches Bernsteinsänre und Essigsäure enthält, sich sublinnrende Bern-steinsäure und ein blasses dünnes brenzliches Oel, welches später braunund dick wird. Im Rückstände bleibt eine harzige in Weingeist und denOelen lösliche Materie (Loloplionium 8ucc>nl), die zu Firnissen benutztwird. Wird die Destillation noch weiter fortgesetzt und das Feuer bis.zum Glühen des RetortenbodmS verstärkt, so sublimirt sich eine gelbe,wachsähnliche Substanz, welche von dem anhängenden Oele durch Kochen mitWasser, Schmelzen und Behandeln mit Aether gereinigt, gelbe glimmerar-tige Blqttchen bildet, die weder in Wasser noch in Alkohol, und kaum inAether, in Alkalien und den meisten Säuren löslich sind, bei st 70. bis»«"R, schmelzen und mit Jurücklassung einer holzigen Kohle sublimsten(Pogel's Bernsteincampher), Nach Berzelius (Lehrb. d. Chem.IN, 1817. G. 1100.) ist der Bernstein ein Gemisch von einem fluchti-gen Oele, zwei in Alkohol und Aether löslichen Harzen, Bernsteinsäureund einem in allen Lösungsmitteln (auch in Schwefelkohlenstoff? D.)unlöslichen, bituminösen Stoffe, welcher seinen Hauptbestandtheil aus-macht. (Ueber den Bernsteincampher ebend, S. 1206. Versuche vonUnverdorben in Poggend. Ann. VM. S. 407.)
Hünefeldt (Schw- Jahrb. s. Chem. und Phys. lX. S. rr 8 .)erhielt durch Behandeln des Bernsteins mit Cblorwasserstvffsäure einkrystallinisches Pulver, welches Eigenschaften einer Säure zeigte, dienach allen angestellten Versuchen mit der Honigsteinsäure übereinkam.Neben der Honigsteinsiiure zieht die Chlorwafferstoffsäure nur eine ge-ringe Spur von Bernstei,isäure aus.
Der gegrabene Bernstein ist von demjenigen, welchen die See aus-wirft, nicht wesentlich verschieden, nur pflegt an dem ersteren häufigereine Kruste und diese auch dicker als an dem letzteren zu seyn, bei wel-chem die Oberfläche durch Wasser und Sand abgerieben wird; auch sollder gegrabene Bernstein häufig spröder seyn. Nach einer Bemerkung