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von Lichtenberg giebt aber auch der gegrabene Bernstein eine reichereAusbeute an Bernsteinsäure, als der von der See ausgeworfene. Die-ses scheint sür die Annahme zu sprechen, daß ein Theil der Bernstein-säure, derjenige nämlich, welcher ohne Zusatz von Schwefelsäure bei dertrocknen Destillation erhalten wird, in dem Bernstein im freien Zustan-de vorbanden sey, und daher vom Wasser zum Theil ausgewaschen wer-den könne (Vergl. S. 16.). Auch die Menge des Bernsteinöls soll nachden verschiedenen Sorten Bernstein verschieden ausfallen,
Aehnlichkeit mit dem Bernstein haben der Mellic oder Honigsteinund der Kopal. Ersterer ist nicht in der Hrtze schmelzbar. Der Kopalist weniger spröde, zeigt aufKolsien einen terventhinarügen Geruch, undist scharf getrocknet in absolutem Alkohol auflöslich. Nach Hauy unter-scheidet er sich dadurch, daß ein Stuck Kopal an die Spitze eines Messersgesteckt zu brennen anfangt, und dabei in Tropfen zerschmilzt, die beimNiederfallen breit werden; brennender Bernstein dagegen sprüht Funken,bläht sich auf, und wenn seine flüssigen Theile tropfenweise herabfallen, sohüpfen sie von der Fläche, auf welche sie fallen, wieder etwas in die Höhe.
Nach einer Analyse des im Hennegau gefundenen Bernsteins vonDrapiez (Schw. I. XXX. S. 114) enthalten lau Th.: gasförmigeFlüssigkeit und zwar ölerzeugendes Gas (nach Gewicht) i, 4 v; Bernstein-säure 4 , 65 ; Essigsaure 1,1z; flüssiges Oel ig, 5 o; zähes Oel r 4 ,oo; fe-stes Oel 7 , 50 ; vom Schwefeläther aufgelöstes Oel; kehligen RückstandZg, 5 v; Verlust 2,io. Werden diese verschiedenen nächsten Bestandtheileauf ihre letzten Elemente berechnet, so bestehet der Bernstein aus: Koh-lenstoff 80,59; Wasserstoff 7,31; Sauerstoffs,73; Kalkerde 1,54; Thon-erde 1,10 ; Kieselerde o, 63 . 8 . g 7 ,go>
Ure giebt folgendes Verhältniß der letzten Bestandtheile an; Koh-lenstoff 70,68; Wasserstoff 11,62; Sauerstoff 17 , 77 . 8 . --- 100.
Zum pharmaceutischen Gebrauche bedient man sich vorzüglich derkleinern Stücke, auch des Abfalls bei der Bearbeitung des Bernsteinsdurch Drehen und Schneiden, des sogenannten Bernsteingruses (flssur»Succini, 8ucpinum rasp-tum), vorzüglich zum Räuchern. Dieser Bern-steingrus ist jedoch bisweilen mit zerkleinertem Kolophonium verfälscht,welche Verfälschung sich aber durch den Geruch auf glühenden Kohlenund auch dadurch zu erkennen giebt, daß der Weingeist eine harzigerothbraune Tinktur auszieht. Der Bernstein dient auch zur Bereitung desBernsteinfirniffes. Da derselbe aber, wie oben erwähnt, an sich in fettenOelen nicht auflöslich ist, so muß er zur Firnißbereitung, eben so wie derKopal, in einem bedeckten am besten eisernen Topfe, in dessen Deckel ein Lochist, bei gelindem Feuer geschmolzen werden, Auf ein Pfund geschmolzenenBernstein, der vom Feuer entfernt worden, werden zwei Pfund heißgemach-tes Leinöl nach und nach zugemischt, welches sich ohne neue Wärmeanwen-dung sehr gut zu vereinigen pflegt. Dann wird diese Auflösung ohne alleWärme mit zwei Pfunden Terpenthinvl verdünnt und aufbewahrt.