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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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I'aitai'ug

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alle Weine geben eine gleiche Menge Weinstein; die ungarischen Weinez. B. setzen nur eine ganz dünne Schicht ab, die französischen schonmehr, die Rheinweine aber geben den meisten und reinsten Weinstein.

Der rohe Weinstein kommt bisweilen mit Sand, Thon Und dergl. ver-fälscht vor, welches leicht dadurch entdeckt wird, daß man ihn in einer war-men kalischen Lange auflöst, wobei diese Stoffe unaufgelöst bleiben, er ver-brennt auf Kohlen unter Verbreitung eines eigenthümlichen säuerlichen Ge-ruches, mit Hinterlassung einer kalihaltigen Kohle. K 0 chzu Drochlersen(Brandes's Archiv XXV. S. 55 z.) fand den Weinstein mit Krystallen vonschwefelst Kali verfälscht, die sich bei genauer Besichtigung erkennen ließen.Das Grus der Weinkrystalle war wohl mit z jenes Salzes vermischt.

Die Weinsteinkrpstalle werde» im Großen, in Frankreich vorzüglich zuMontpellier und in Deutschland am Rhein, aus dem rohen Weinstein berei-tet. In einem kupfernen verzinnten Kessel werden 1 8 —20 Eimer Wassersiedend gemacht, dann 75—N> Pfund fein gepulverter roher Weinstein ein-getragen, und eine halbe Stunde hindurch gesotten, dann wird die siedendheiße Flüssigkeit in einen Bottich filtrirt, und 24— so Stunden hindurchdem ruhigen Erkalten überlassen. Am Boden des Bottichs finden sich un-reinerd, an den Wänden aber reinere Weinsteinkrpstalle. Beide werden nachabgegossener Mutterlauge abgesondert in reinem siedenden Wasser aufgelöst,einige Zeit hindurch im Sieden erhalten (damit der Ertractivstoff durch hö-here Orydation unauflöslich werde), und das beschriebene Verfahren nocheinmal wiederholt. Ist der nun krpstallisirte Weinstein noch nicht weiß, solöst man ihn wieder in Wasser auf, setzt aber jetzt ein Pfund eines weißen,magern Thones zu, welcher durch seinen Kalkgehalt den sauren Weinsteins.Kalk neutralisirt, und dadurch in Wasser unauflöslich macht, durch seinenSllaunerdegehalt aber die färbenden Theile anzieht und sie auf dem Fil-trum zurückhält. Die weißen Weinsteinkrpstalle werden noch schöner, wennsie auf Leinwand ausgebreitet einige Tage hindurch dem directen Son-nenlichte und der freien Luft ausgesetzt werden. Doch enthält der auchnoch so sorgfältig raffinirte Weinstein immer noch Weinsteins. Kalk,nach Vauquelin 5-7 Procenc, Bucholz fand 14,3 Procent, wel-cher sich auch bei der Sättigung des Salzes mit Kali nicht ausscheidet.Ehemals hielt man denjenigen Weinstein, der sich während des Raffi-nirens auf der Oberfläche der Lauge als ein Häutchen abscheidet, fürbesonders rein, und nannte ihn Weinsteinrahm, Lremor Dsrtari, wel-cher aus sehr feinen pulverförmigen Krystallen bestand.

Die im Handel vorkommenden Lr^rmlli Varisri bestehen aus kleinen,weißen, halbdurchsichttgen, vierseitig prismatischen, schief abgeschnittenen,theils einzelnen, theils an einander hängenden Krystallen, von kühlendemsäuerlichem Geschmacke. Sie sind in Wasser schwer löslich, und'erfoderni>5 Lh. kaltes und 15 Tb. kochendes Wasser; in Alkohol sind sie unauflös-lich. Die wäßrige Auflösung schimmelt mit der Zeit, es erzeugt sich Schleim,Kohlensäure und eine ölartigc Substanz, welche erstem färbt. Im Glül>-