I'onoo
0 «.
Dieser bis 6 a Fuß hohe, in Südamerika einheimische Baum wächstvorzüglich in den Wäldern von Gujana. Die Frucht dieses Baumesbesteht in einer trocknen, gelblichen, außen faserigen Schale, welche einerMandel, die noch ihrelgrüne Hülle hat, ähnlich sieht. Diese äußereSchale enthält einen einzelnen, platten, 12 — 20 Linien langen Saamen,der die Gestalt einer etwäs in die Länge gezogenen türkischen Bohne hat.So wie wir diesen Saanieü erhalten, besteht derselbe aus einer dünnenleichten, glänzenden, schwärzlichbräuneii, stark gerunzelten Saamenhaut,und aus einem zweilappigen Kerne, von einem fettigen und öligen An-sehn. Am Ende und zwischen den beiden Lappen befindet sich ein bedeu-tender Keim, der seiner Form nach einem Phallus nicht unähnlichsieht. Die Lappen haben einen milden, angenehmen, öligen, schwachgewürzhasten Geschmack, und einen beinahe mit dem Steinklee über-einkommenden Geruch.
Auf dem Kerne und zwischen den beiden Saamenlappen findet sichvft^eine krystallinische Substanz,, welche so wie der ganze Kern den Stein-kleegeruch zeigt- und welche Vogel (Gilb. Ann. ÜXIV. ä.- S. 16z.und Berl. Jahrb. XXIV. i. S. 180.) für Benzvi-saure erklärte. Gui-bpurt überzeugte sich aber, daß diese Substanz weder Benzoesänre nochCampher, sondern eine besondere Pflanzensubstanz sey, welche er Cou-marin nannte. Boullay und Boutron - Charlard (Buchn.Repert. XXlll, S. 225 ., Trommsd. N. I. XII. 1. 1826. S. ISO.) fan-den bei der Untersuchung, der Tonkobohne die Angabe Guibourt'sbestätigt. Als, Bestandtheile der Tonkobohne geben sie an: ein aus Elamund Stearin bestehendes, seifebildendes Fett; eine krystallinische Sub-stanz, die sich durch mehrere Eigenschaften an die ätherischen Ocle an-schließt, keine Benzvi-säure, sondern, wie sie Guibonrt betrachtet, einebesondere neutrale Pflanzensubstanz ist, für welche der Name Conmaringilt; eine zunderartige, der Währung fähige Substanz; freie Aepfelsäure;sauren äpfels. Kalk; Gummi; Amplnm; ein Ammoniaksalz und Pflanzen-faser. Trommsdorff bemerkt aber hiebei, daß ihm die Eigenthüm-lichkeit des Coumarins durch diese Versuche noch nicht begründet erscheine,und daß die Untersuchung noch einer näheren Prüfung bedürfe. ^Hiemitübereinstimmend fand denn auch Büchner (Repert. XXIV. S. 126.),daß die krystallisirbare Substanz der Tonkobohnen sich wie eineCampher-species verhalte, und der mehr für einÄIkaloid geeignete Name Couma-rin hier nicht passend sey, besser Tonkocampher. (Tonko-Stearopten D.)
Die Emulsion der Tonkobohnen schmeckt sehr bitter und riecht schwachnach Blausäure; Blausäure haltende ätherische Oele können aber durchAusnahme von Sauerstoff inBenzoäsäure übergehen (Berl. Jahrb. XXV.t. S. 155.), diese Säure könnte daher auch wohl in den Tonkobohnenvorkommen.
Die Tonkobohnen werden bis jetzt nur benutzt, um dem Schnupf-tabak einen angenehmen Geruch zu ertheilen.