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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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Vinum

und in allen heißen Ländern bereitet, wo der Saft schon in den Trau-ben durm die Sonne cvncentrirt wird, wozu man sie noch einige Zeitam Stocke hängen läßt, und welche mehr Zucker enthalten, als durchdaS vorhandene Ferment in Weingeist verwandelt werden kann. Einan Ferment reicher, an Zucker aber armer Traubenmost laßt sich dagegenoft durch einen Zusatz von Zucker verbessern.

Der frische Traubenmost, welcher tri'ibe und von sehr süßem Ge-schmacke war, ist durch die Gährung gänzlich verändert worden, undhat jetzt einen geistigen und stechenden Geschmack, indem der Zuckerge-halt durch die geistige Gährung in Weingeist verwandelt worden ist.Ze weiter diese Gährung allmälig vorschreibt, desto reichhaltiger anAlkohol und zugleich desto mehr von dem Weinsteine befreit werden dieWeine, daher alter Wein höher geschätzt wird, als junger, welcher letz-tere von dem vielen aufgelösten Weinstein einen sauren Geschmack erhält.

Der Wein ist also ein Product der Gährung, und zwar derjenigen,welche wir die Weingährung nennen. Dieselbe tritt bei allen zucker-haltige» Pflanzensäften, und auch bei stärkehaltigen vegetabilischen Sub-stanzen, in denen durch einen besondern Proceß, den man mit dem Na-men Zuckergährung bezeichnen könnte, vermittelst der Einwirkung deSPflanzenleims die Stärke in Zucker verwandelt wird, ein. Die noch inihren Hüllen eingeschlossenen Pflanzensäste erhalten sich darin unverän-dert, und trocknen in warmer Luft ein, so daß die Beeren zusammen-schrumpfen, ohne daß der Saft sich zersetzt, z. B. die zu Rosinen ein-getrockneten Weintrauben. Es ist also der Zutritt der atmosphärischenLuft oder vielmehr des Sauerstoffs derselben zu der gährungsfähigenFlüssigkeit erssderlich, damit die Gährung beginne, und Gay-Lussachat durch Versuche gezeigt, daß der in einer von Sauerstoff gänzlichfreien Atmosphäre ausgepreßte Traubensaft sich einen Monat lang in einerGlasglocke voll Masserstoffgas über Quecksilber unverändert erhielt, daßaber eine dann eingelassene kleine Menge atmosphärischer Luft hinrei-chend war, um in der ganzen Menge Traubensaft die Gährung eintre-ten zu lassen. Die Sauerstoffmenge, welche nöthig ist, um den Gäh-rungsprvceß einzuleiten, ist sehr gering, und hat dieser einmal begonnen,so ist zu seinem Fortschreiten das Vorhandenseyn von Sauerstoff nicktferner erfoderlich, weshalb auch ein in der Lust ausgepreßter Pflanzenkost,wenn er auch in lustsreie Gefäße eingeschlossen und vor dem Zutritte derLuft bewahrt wird, dessenungeachtet in Gährung übergebt. Die. Gährungtrat auch ein, als Gay - Lussac den Traubensaft der Wirkung der Gal»a>nischen Säule aussetzte, weil sich hier am vositiven Pole Sauerstoffgas ent-wickelt. Nach Döbereiner tritt auch die Gährung ein, wenn die gäh-

rungssähige Flüssigkeit mit kohlensaurem Gase gesättigt wird, und hieraus

würde dann folgen, daß der Sauerstoff erst Kohlensäure, und diese hieraufdie zur anfangende» Gährung nothwendigen Veränderungen hervorbringe.AuchHenrp's Versuche haben gelehrt, daß Walzinfnsion, wenn sie mit