Viola
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Das blühende, etwas scharfe Kraut, mit Wechselsweise ste-henden, eiförmigen und länglichen, stumpfen, gekerbten Blat-tern, halbgefiederten Afterblättern, fünfblättrigen, großlippi-gen, bläulichen oder gelben Blumenkronen. Im Sommer einzu-sammeln. >
Viola tricolor ttinn. Dreifarbiges Veilchen. Stiefmütterchen,Abbild. Düsseld. Samml. offic. Pflnz. Lief. ll. Taf. 8.
Hgyne Arzn. Gew. Bd. III. Taf. 4. 5.
8z-rl. rexual. 61. V. Orcl. 1. ?entanstria lVlonoxz-nia.
Or<l. nslural. Violsrieae OL. Lirli surr. gen.
Diese Pflanze wächst durch ganz Europa auf sonnigen Plätzen, san-digen Aeckern und in Gärten.
Die Stengel sind dreikantig, ästig, weitschweifig und liegend. DieBlätter sind abwechselnd, gelblichgrün, eirund-länglich oder lancettför-mfg, am Rande gekerbt, in den Blattstiel herunterlaufend/ mit 2 leier-förmig-fiederspaltigen Nebenblättchen am Grunde des Blattstiels. DieBlumen, die einzeln auf langen Stielen in den Blattwinkeln stehen,sind oft zwei - auch dreifarbig, die gemeinsten sind gelb und weiß, et-was seltner sind die blaßblanen und gelben, die ganz pnrpurblauenoder pnrpurblauen und gelben, die wirklich dreifarbigen sind nur inGäpten anzutreffen, wo sie wegen ihrer Größe und angenehmen Farbesehr bald in die Augen fallen, da hingegen die auf den Aeckern wild-wachsenden meistens kaum halb so große Blumen hervorbringen.
Die Vlüthezeit ist vom März den ganzen Sommer hindurch.
Wenn gleich das dreifarbige, auf fetten Wiesen gewachsene Veil-chen meistentheils in den Apotheken verlangt wird, so ist doch das zar-tere zweifarbige, entweder blau und weiß, gelb und weiß, oder blauund gelb blühende Veilchen die heilkräftigere Pflanze, da sie weit schär-fer und bitterer schmeckt.
Die blühende Pflanze hat gerieben einen pfirsichähnlichen Geruch,und einen bitterlichen, schleimigen, etwas scharfen Geschmack. Bei derDestillation mit Wasser soll es eine geringe Quantität ätherisches Oelvon etwas schgrfem Geschmacke geben. B 0 ullay (Buchn. Repert.XXXk. S. 54.) konnte aus dem auf dieselbe Weise, wie das wohl-riechende Veilchen (siehe weiter unten), behandelten Kraute nicht denemetinartigen Stoff darstellen, und fand nichts Merkwürdiges, als ei-nen stark gelbfärbenden Stoff und efne ungewöhnliche Menge vegetabili-scher Gallerte. Er erklärt diese Pflanze Wer für ein ganz unschuldigesArzneimittel, das nur erweichend sey , wie alle schleiinhaltigen Pflan-zen, z. B. die Malven. Jedoch ist dasselbe gegen Haucausschläge inder Abkochung sehr gerühmt, und soll auch in größer» Gaben brechen-errcgende und purgirende Eigenschaften zeigen.