Erläuterungen zum u. und Ul. Hauptstück. 269
gedachte Linie) in der Bahn beschreibt/ den Zeitdauern pro.portional stnd/ in welchen sie beschrieben werden/ oder wie dieseszweite Kepler'sche Gesetz sonst ausgedrückt wird/ daß der k»6iu«vccwr von der Bahnebene in gleichen Zeiten stets gleich großeSektoren abschneide. Da die in elliptischen Bahnen sich bewegen-den Körper ihre Entfernung von der Sonne fortwährend ändern/also das Verhältniß der Attraktions - und Schwungkraft und mitihr die Schnelligkeit der Bewegung der Planeten stets anderswerde» (indem die Planeten sich am schnellsten im Pcrihclium/am langsamsten im Aphelium bewegen)/ so war es für die Theoriedes Planetensystems höchst wichtig/ ein Gesetz zu erhalten/ vonwelchem diese Unglei.chförmigkeit der Bewegung abhänge/ das sichselbst gleichförmig/ der Zeit proportional ändere und aus demsonach der Ort eines Planeten in seiner Bahn für jede Zeitberechnet werden kann. Ein drittes Gesetz/ „daß sich die Qua«brate der siderischcn Umlaufszeiten der Planeten verhalten/ wiedie Würfel der großen Axen ihrer Bahnen/" beschließt die Reiheder eigentlich nur aus dem obersten Gesetz der Schwere fließendenKepler'schen Gesetzt/ welche sich gegenseitig stützen/ und durch dieder eigenthümliche Charakter unseres Planetensystems vollkommenausgedrückt wird.
Der Mond der Erde schreitet in seiner Umlaufsbewegungtäglich etwa E von W. gegen O. unter den Fixsternen fort/ undvollendet in Beziehung auf sie seinen Lauf um die Erde in 27/^,«mittlern Sonnentagen. Die abwechselnden Lichtgesialten / Pha-sen/ die er hiebet zeigt/ rühren von den Stellungen her/ in diebei dieser Bewegung / bei welcher er der Sonne, nach und nachalle Punkte seiner Oberfläche zukehrt/ seine jedesmal beleuchteteHalbkugel zur Erde tritt. Ist diese von der Erde ganz abgekehrt/so sehen wir den Mond nicht (oder höchstens ausnahmsweise durchreflektirtcs Erdenlicht) und es ist Neumond/ in welchem derMond bei der Sonne steht. Einige Tage später steht er schonziemlich weit links oder östlich von der Sonne/ und zeigt im erstenOktanten seiner Bahn / nämlictz 3)4 Tage nach dem Neumond/ rechtsoder westlich bereits eine beleuchtete Sichel / deren Konvexitätder Sonne zugewendet ist. Er geht jetzt nach der Sonne aufund unter. 7)4 Tage nach dem Neumonde/, im ersten Viertel oderder ersten Quadratur sehen wir seine Scheibe halb beleuchtet.Er ist jetzt so° östlich von der Sonne entfernt und geht 6 Stundennach derselben auf und unter. Nach Tagen ist er von derSonne 180» entfernt/ steht ihr gerade gegenüber/ in Opposition/erscheint als ganz beleuchtete Scheibe/ Vollmond-/ und geht aufbei Untergang/ unter bei Aufgang der Sonne. Allmählig wendeter von nun an einen immer größer» Theil seiner unbeleuchteten