272 Allgemeine Naturgeschichte. Ul. Buch.
die Anwendung der Präzeffion zur Ermittlung des Alters chro-nologischer Denkmale werden wir im sten Buch zurückkommen.
IV. Hauptstürk-
Von der allgemeinen 'Gravitation der Himmels-körper gegeneinander.
Die große Entdeckung Newtons, daß alle Körper sich imgeraden Verhältniß ihrer Maße und im umgekehrten desQuadrats ihrer Entfernung anziehen, ist folgenreicher undfruchtbarer als je eine andere im Gebiet der Naturwissen-schaften geworden. Es gelang Newton, aus dem von ihmgefundenen Gesetz der allgemeinen Schwere die Noth-wendigkeit der elliptischen Bahnen zu erweisen, in welchendie Sonne vermöge ihrer Anziehung die Planeten um sichführt, und aus der gegenseitigen Anziehung der Massen dieserletzter« die Störungen abzuleiten, welche sie auf einanderausüben. Es gelang ihm auch, aus jenem Gesetze die Mas-sen der Sonne und der Planeten, ihre Tüchtigkeiten undGröße zu bestimmen, die Fallgeschwindigkeit der Körper aufihnen, so wie die Gestalt und Abplattung der Erde. DieTheorie der größer« Ungleichheiten der Mondsbewegung, dieEbbe und Fluth im Ocean der Erde, das Vorrücken derNachtgleichen und die Bewegungen der ebenfalls der Gravi-tation gehorchenden Kometen, so wie viele andere wichtigeVerhältnisse der Körperwelt flößen gleichfalls aus jenem frucht-baren Gesetze.
Newton betrachtet nun als die Ursache der Gravitationdie vereinigte Anziehung, welche alle Elemente eines Körperszusammen genommen auf andere Körper ausüben. Erforschtman aber das Verhalten der uns umgebenden materiellen Weltin dieser Rücksicht, so sieht man, daß die Anziehungskraft derTheilchen eines Körpers nur auf sehr kleine Distanzen, —wahrscheinlich nur auf die Entfernungen der Atome von ein-ander wirke. Die neuere Physik unterscheidet daher schonallgemein die Molekularkraft der Atome, die bereits in