Band 
I. Band.
Seite
277
JPEG-Download
 

Von der allgemeinen Gravitation d. Himmclsk. 277

so stark auf die Bahnen der ältern geneigt, daß die Wirkung derAnziehung, die diese auf die Asteroiden ausüben, dadurch sehr ver-mindert wird. Durch diese Umstände wird die Störung sehrvereinfacht, und wenigstens eine annähernde Berechnung derselben,aber auch nur eine solche möglich gemacht. Hiezu kommt noch, daßman nicht alle Störungen zugleich berechnet, welche von allen.Planeten zusammen auf einen von ihnen, z. B. die Erde ausge-übt werden, sondern nach dem berühmten Problem der 3 Kör-per nur immer jene zugleich berücksichtigt, welche einer von einemandern erleidet — so daß z. B. nur die Erde, die Sonne und derstörende Planet auf einmal betrachtet werden. So konnte man nachund nach Tafeln für die jezeitigen Orte der Himmelskörperentwerfen, welche in Betracht aller dieser Schwierigkeiten doch schoneinen sehr hohen Grad von Genauigkeit besitzen. —GcwisseSrörungenhängen offenbar nur von den Orten zweier Planeten ab, die nacheinigen Umläufen wieder dieselben sein werden. Hiemit werdendann jene Störungen wieder zurückkehren, und man nennt siedaher periodische. So erleidet der Mond durch die Sonneregelmäßig wiederkehrende Störungen seiner Länge, die als Evek-tion, Variation und jährliche Gleichung des Mondesbekannt sind. Unter den periodischen Störungen der Planetensind besonders diejenigen merkwürdig, welche Jupiter und Saturnauf einander ausüben. — Die von den gegenseitigen Stellungenabhängige» Aenderungen der Planeten in ihren Bahnen werdenendlich auch auf die Bahnen selbst einwirken, und ihre Gestalt,Lage, vielleicht selbst Größe verändern. Diese Störungen werdennicht mehr von einem einzelnen Planeten abhängen, sondern dasResultat der seit Jahrhunderten bestehenden Stellungen der Bah-nen aller Planeten gegen die Bahn des zu störenden sein. DieseBahnstcllungen sind selbst wieder veränderlich, aber ihre Periodizi-tät umfaßt Jahrhunderte, daher man die Störungen dieser Artsäkuläre genannt hat. So wird die Mondbahn, welche 5« gegendie Ekliptik geneigt ist, durch die Attraktion der in der Ekliptikstehenden Sonne dieser genähert werden müssen. Hiedurch rückendie Knoten seiner Bahn jährlich um l9»,zz rückwärts, undvollenden ihren stderischcn Umlauf in 6793,^zg Tagen. Die Ent-fernung des Mondes von der Erde wird durch die Sonne ebenfallsund damit die Lage der großen Axe seiner Bahn fortwährendverändert, woraus ein siderischcr Umlauf der Apsiden der MondS-bahn hervorgeht, welcher 3232,^, Tage dauert rc. Zu den säku-lären Störungen der Planeten gehören die Veränderungen ihrerKnoten und Neigungen, und die Veränderungen der Länge destropischen Jahres oder der Umlaufszeit in Beziehung auf denFrühlingspunkt, deren Extreme bei der Erde etwa 38 Sekunden