Band 
I. Band.
Seite
279
JPEG-Download
 

Entstehung/ Entwicklung u. Untergang L. Weltk. 279

-Die Rotation der Weltkörper erklärt man auch durch den (hypo-thetischen) ursprünglichen Stoß/ durch welche sie ihre Bewegungum Ccntralkörper erhalten haben. Je näher dem Mittelpunkt«derselbe erfolgt/ desto langsamer muß die Rotation und destogeringer also auch die Abplattung werden; bei unserer Erde er-folgte der Stoß nur °/iM>o von ihrem Mittelpunkte entfernt; beiJupiter beim Monde 2 /,gm des Halbmessers/ woher di«

schnelle Rotation und starke Abplattung Jupiters. Wie manaus jenem Stoße Schlüsse auf den Punkt der Bahn/ in welchemdie Erde entstanden ist/ und auf ihr Alter ziehen käün, wird imvierten Buche gezeigt werden. — Ebbe und Fluth, Höhe derAtmosphäre rc./ welche gleichfalls aus dem GravitationSgesetzeabgeleitet werden/ sollen eben dort ihre Erläuterung finden.

V. Hauptstück.

Entstehung, Entwicklung und Untergang derWeltkörper.

Die teleskopische Durchforschung des Himmelsgewölbesbestättigt, was schon s priori nothwendig erscheint, auchin der Erfahrung: daß die dem bewaffneten Auge sichtbarenkosmischen Gebilde sich in höchst verschiedenen Stadien ihrerAusbildung befinden, manche aus der chaotischen Lichtmateriesich eben zu gestalten beginnen, andere grössere Verdichtungund mehr und mehr bestimmte Umrisse ihrer Gestalt gewon-nen haben, sehr viele bereits frei von nebligen Atmosphären,im intensivsten Lichte prangen. Wir schließen (nach Herschel'sGleichniß) von den verschiedenen Stufen des Grünens, Blü-hens und Fruchttragens der Pflanzen eines Gartens auf dieverschiedenen Epochen der Entwicklung, in welchen sich dieseso eben befinden, — nach Analogie und Vernunft werden wirauch, wenigstens in einem grossen Theile jener verschiedenenErscheinungsformen der kosmischen Organismen, so viele Evo-lutionsstufen derselben annehmen müssen, obwohl es uns nurselten vergönnt ist, hier wie dort deren Fortgang zu verfolgen.Denn das Menschenleben verhält sich zum Leben der Weltkör-per, wie ein flüchtiger Augenblick zu Jahrtausenden, und dasDasein unseres ganzen Geschlechts ist erst von gestern, mit