280 Allgemeine Naturgeschichte. M. Buch.
den Jahrmillionen verglichen, welche zu den Entwicklungspro-zeßen des Sternhimmels erfoderlich sind. Und doch schreibtsich die etwas genauere Kenntniß jener wunderbaren Regionenkaum von zwei Menschenaltern her. Den bei weitem größtenund wichtigsten Theil derselben verdanken wir dem unsterblichenW. Herschel, und Alles, was sein würdiger Sohn I. Herschel,Schröter, und höchst wenige Andere lieferten, welche den Muthhatten, jene erhabenen und schwierigen Arbeiten fortzusetzen,dient höchstens zu einiger Erweiterung und Bestättigung vonW. Herschels Entdeckungen und Folgerungen. — Was die Ent-stehung und allmäligeAusbildung unseres Planetensystems betrifft,so sind seit der Theorie, welche Kant in seiner Naturgeschichtedes Himmels (Verm. kl. Schrift. Bd. 1. S. 183 ff.) hievon ge-geben hat, zahlreiche andere ausgestellt worden, deren wichtigstebetrachtet werden sollen. Unter allen scheint jene von Laplace amhöchsten zu stehen, theils durch die Einfachheit ihrer keinemNaturgesetz widersprechenden Voraussetzungen, theils und vorzüg-lich, weil sie wie keine andere, die Uebereinstimmung der Bewe-gungen, die man bei den Weltkörpern unseres Sonnensystemswahrnimmt, aus der gemeinschaftlichen Entstehung derselben ablei-tet, — wonach jene nicht als zufällig zusammengesellte, sondernals selbstständige Glieder eines und desselben höher» Organis-mus erscheinen. Vergessen wir nicht, daß jene mechanischenVorgänge, wie die Bildung der Sonne aus einem Nebelfleck,das Zerfallen ihrer Atmosphäre (nach in ihrer Beschaffenheitgegründeten Gliederungsmomenten) zu mehreren konzentrischenSchichten, die Bildung der einzelnen Mond- und Planeten-kugeln aus denselben rc. — nur die sinnlich wahrnehmbarenAeußerungen der im Innersten wirkenden geistigen Prinzipiensind, die in Verbindung mit den äußerlich gegebenen Umstän-den jeden Weltkörper unseres Systems mit all seinen Beson-derheiten zu dem machten, was er ist, — so können wir derHypothese von Laplace als derjenigen beistimmen, welche mitNatur und Vernunft am meisten in Harmonie steht. — Die Hypo-these von Laplace schließt sich ungezwungen an die AnsichtenHerschels an, .und bildet die Fortsetzung derselben. Wenn dieserdie Bildung der Sonnen aus dem gemeinschaftlichen leuchtenden