314 Allgemeine Naturgeschichte, iv. Buch.
langsamen Bewegung von 6 Stunden in t Stunde Luft vomAequator und den Polen binnen 8 Tagen zusammentrifft. —Wasserstoffgas findet sich in sehr geringer Menge/ sicherunter O/ogz in der A. in welche es aus Sümpfen und Morästen/zersetzten thierischen Substanzen/ bei der Destillation des Holzesund dessen Verkohlung/ durch animalische Ausdünstung und Blu-menduft aufsteigt/ und sich vermuthlich durch den Einfluß desLichtes mit dem SaucrstoffgaS der Luft langsam zu Wasser ver-bindet. Die Kohlensäure in der A. giebt BcrzeliuS nur zu6 /ggi an; an Orten/ wo viele Menschen beisammen waren/ kannsie indeß auf 0/g, steigen / in Kellern mit gährendcn Substanzen/z. B. Weinen/ Bieren/ bis auf v/,/ wo dann die Luft irrespirabelwird. Gay-Luffac fand Kohlensäure in der außerordentlichen/ imLuftballon von ihm erreichten Hohe von 20/ä28 Par. Fuß. (Mangiebt diese Höhe gewöhnlich als die höchste an/ welche Menschenerreichten. Nach Einigen gelangten jedoch Robertson und Lhocstt808 in 3800 Toisen Höhe. Höher zu steigen war ihnen wegenGefahr zu ersticken unmöglich. Blanchard soll zu Gent 20. Nov.1785 in 5000 Toisen Höhe gekommen sein.) Das kohlensaure Gaswird in großer Menge durch das Athmen/ Verbrennen/ die Gäh-rung/ Fäulniß rc. entbunden/ und müßte/ da es wegen seinesgrößern spez. Gewichts schwer in die Höhe steigt/ bald die Luftirrespirabel machen/ wenn .es nicht fortwährend durch die Pflanzenverzehrt würde. — Zur Messung des Wasserdampfes der Luftdienen die Hygrometer. Saussure bestimmt im Mittel die-Quantität des Wassers in einem Kubikdezimeter Luft bei ts° 6 .auf ts MilligramcS. Nach Dalton wechselt der Wafferdampf derAtmosphäre zwischen 0/g,gs und 0/«,gz des Volumens der Luft.Der Grad der Sättigung der A- mit Wasserdampf wechselt voneinem Maximum der Dichtigkeit/ wobei alle Körper feucht werde»/bis zum Minimum/ wobei selbst zerflossenes Weinsteinsalz undsalzsaurer Kalk/ welche so große Anziehung gegen das Wasserhaben/ trocken werden. Die Trockenheit der Luft nimmt mit derHöhe zu. — Der Luft nicht wesentlich angehörig/ sondern ihrvorzüglich in der Meeresnähe nur mechanisch beigemischt sindSalzsäure und salzsaure Salze. Muncke u. A. halten mitRecht dafür/ daß die Miasmen/ Krankheitsstoffe/ wie sie sich inSpitälern/ Sumpfgegenden/ z. B. in der sogenannten Campagnadi Roma entwickeln/ wirklich materielle/ der Luft beigemengteSubstanzen seien/ welche Dupuytren/ Thcnard/ Mosgati alsflockige Niederschlägt dargestellt haben wollen. Man sucht daherdieselben durch Ventilatoren zu entfernen/ oder durch Räucherun-gen/ z. B. mit Chlorgas zu zerstören. Nach Boußingault entste-hen die Miasmen durch Zersetzung der vegetabilischen Materie