Zjtz Allgemeine Naturgeschichte, lv. Buch.
himmelblau erscheint) leitet Newton davon ab/ daß die feinen Theilchender Luft blos die brechbarsten Strahlen/ nämlich die blauen zu reflek-tiern vermögen/ nicht aber die übrigen farbigen. Nach Euler solldie Luft selbst schwach blau tingirt sein/ und obgleich für kleinereRäume farblos/ doch für größere blau'erscheinen. Nach neuernPhysikern ist die blaue Farbe der A. blos subjektiv/ wie die Farbe desMeeres und der gefärbten Schatten. Das Auge erhalte von derhöchst durchsichtigen/ wegen des schwarzen Hintergrundes unge-färbten Luft so viel weniger Licht/ je geringer die Menge derDünste in selber ist/ und um so dunkler müsse das Blau sein.Dieses erscheine daher am reinsten/ tiefsten und schönsten zwischenden einzelnen weißen Wolken/ und werde grün bei dunkelrotherFärbung der letzter«/ oder über röthlich strahlenden Gletschern. —Wie das Blau des' Himmels nach Newton aus' den rcflektirten Strahlenentsteht/ so das Roth der Abendröthe nach Brandes' aus' den durchge-lassenen. (Gehl.Wörtb.Bd.t.Abendröthe.)—NachHugi (Alvenr.S.t 83 ) tritt in hohen Regionen der A. über -ooo Fuß die Nacht früherein/ der Tag später. Im hohen Sommer ist es' schon um «Uhr schwarzeNacht/ um 6 noch kaum Tag. Bekanntlich wird auf sehr hohenGebirgen bei gutem Wetter weder Morgen- noch Abendroth ge-sehen. Die Sonne erscheint und verschwindet plötzlich / mit ihrNacht und Tag. Auch am schönsten Tage herrscht nach Saussureauf dem Montblanc ein gewisses unnennbar magisches Dunkel,:die Sonne erscheint matt/ ohne Kraft und mehr dem Monde ähn-lich. Daß das Licht durch die Atmosphäre bedingt sei/ weiß jeder.Wie aber größere oder geringere Dichtigkeit der Luft und selbstdas Geschwängertsein mit Dünsten zum Licht sich verhalte/ isteine wichtige/ aber durch Thatsachen noch nicht gelöste Frage.Hugi (a. a. O. S. 203) fand am Finsteraarhorn die Nacht sohell/ daß er/ wie am schönsten Tage/ Bemerkungen aufzeichnenkonnte. Schloß sonst auch an schönen Tagen in jenen Höhen derGesichtskreis um den Beobachter sich enger zusammen/ so sah manihn jetzt beim Lichte des Mondes außerordentlich erweitert/eben so sehr/ als er es in tiefen Regionen im Glänze der Sonne zusein pflegt. Sehr bestimmt konnte man im fernen WalliS auchweniger auffallende Formen unterscheiden. Sonst vermochte manam Tage kaum hinunterzublickcn zur obersten Grenze der Holz-vegetation / jetzt aber sah man auch jenseits dc-S WalliS an denpenninischen Alpen sogar einzelne Hütten. Kurz/ alle Formenerschienen in einiger Ferne weit bestimmter im Mondenlicht alsbei gleich Heller Atmosphäre vor Untergang der Sonne. Bei allerHelligkeit konnte man aber nirgends eine Spur von einem Fix-sterne erkennen. Verhält sich also das Sonnenlicht/ wie dieDichtigkeit der Atmosphäre/ nach der Tiefe zu- nach der Höhe