318 Allgemeine Naturgeschichte., iv. Buch.
obern Theil der Röhre ab/ und cS blieb von ihm nur eine 27j4Zoll hohe Säule in derselben. Torrieelli kam bald zur Ueberzeu-gung/ daß lediglich der Druck der.auf das Quecksilber im Gefäßdrückenden bis an die Grenzen der A. reichenden Luftsäule dieQuecksilbersäule in der Röhre auf 27"/z erhalte. Wird dieseTorrizeüische Röhre statt dem mit Quecksilber gefüllten Gefäßeunten gekrümmt/ ein rundes oder zylindrisches Gefäß angeschmol-zen/ in welches das Quecksilber gegoßen wird/ eine Skala beige-fügt/ und das Ganze auf ein Brett befestigt/ so hat man einenBarometer/ ein Instrument/ dessen Wichtigkeit von Tag zuTag mehr hervortritt. ES ist klar/ daß die Quecksilbersäule inder Röhre fallen muß - wenn die Luftsäule/ die von unten auf siedrückt/ verkürzt wird/ und steigen/ wenn dieselbe verlängert wird.Die Quecksilbersäule wird daher desto niedriger stehen/ je höherman sich in die A. erhebt. Die ganze A. drückt mit einer Gewaltauf die Erde/ jener gleich/ welche ein 32/ hohes Meer auf dieselbeausüben würde/ oder ein Quecksilberoccan von 27/2 Zoll Höhe.Nimmt man die Oberfläche eines Menschen zu 15 Quadratfuß/so drückt die Luft auf ihn mit einem Gewichte von 272sss Cent./welcher ungeheuere Dpuck nicht gefühlt wird/ da er von allen Sei-ten gleichmäßig wirkt/ und die in uns eingeschloßenc Luft vermögeihrer Elastizität einigen Gegendruck leistet. Das Gewicht derganzen A. womit sie demnach auf die Erde drückt/ beträgt nachBaumgartner 96,480 Billionen Cent. Wiener Gew. — Da wiebemerkt/ die Dichtigkeit der Luft nach oben abnimmt/ und zwarnach Mariotte in geometrischer Progression/ wie die Höhen inarithmetischer zunehmen/ die Quecksilbersäule im Barometer alsonach einem bestimmten Verhältniß in höhern Gegenden fällt/ sofolgt daraus/ daß das Barometer sich vortrefflich zu Höhen-messungen eigne. — Man bemerkt jedoch/ daß das Barometerauch am selben Orte aufgestellt/ beständigen Schwankungen aus-gesetzt sei. Einige dieser kommen vom Wechsel der Temperatur/wodurch das Quecksilber spezifisch leichter oder schwerer wird;andere richten sich nach der Höhe- geographischen Länge und Breitedes Ortes und sonstigen Lokalverhältnissen. Dann finden aberauch regelmäßig periodische (unter den Tropen deutlichere)Schwankungen statt/ nach welchen das Barometer täglich zweimalseinen höchsten/ und zweimal seinen niedrigsten Stand erreicht/ welcheihren Grund in der Anziehung der Sonne und des Mondes haben/die Ebbe und Fluth in der A. veranlassen. Andere unregelmäßigeSchwankungen^haben ihre Ursache in der erwärmenden Kraft derSonne und im Dunstgehalte der Luft. Das arithmetische Mittelaus einer großen Zahl von Barometerhühen am selben Orte giebtden mittlern Luftdruck daselbst und den Barometerstand/ um