Band 
I. Band.
Seite
320
JPEG-Download
 

320

Allgemeine Naturgeschichte, iv. Buch.

unter t—rs4»s. Br. ist die untere Schneegrenze in 2460/ in denenvon Bolivia bei 16 —17^° s. Br. bei 2670 Toisen Höhe; am nörd-lichen Abhang des Himalayah in 2600 / am südlichen schon in1950 T.; am Kaukasus in 1700/ in den Pyrenäen in ikoo/ denAlpen in 1370/ dem Altai in 1000 / im innern Norwegen in 70^°n. Br. in 550/ an den Küsten Norwegens in 7i;<;° schon in 36«Toisen Höhe.

Die mannigfachen Zersetzungen und die stets wechselnde Tem-peratur bewirken in der A. beständige Strömungen/ welche manWinde nennt. Ihre Stärke und Geschwindigkeit wechselt vonwenigen Fußen bis zu 70 Fuß / welche der Sturmwind in einerSekunde durchläuft/ ja bei den stärksten OuraganS bis zu 120 -I4(ü. Gewöhnlich wird der Wind an denjenigen Orten zuerstwahrgenommen/ welche in seiner Richtung am entferntesten liegen/wie man z. B. den Westwind in Finnland eher spürt/ als in Schwe-den. Die gewöhnlichste Ursache der Winde sind die Temperatur-unterschiede entweder unmittelbar/ oder in Folge der durch sievcriüindcrten atmosphärischen Niederschlüge/ und des somit ver-minderten Volumens der elastischen Fluida. — Die Winde sindentweder regelmäßige oder unregelmäßige. Zu erstem ge-hört der Passatwind/ welcher auf großen Meeren zwischen5—30° n. Br. und t—25° s. Br. stets aus Osten wehr. Ueberdiese Grenzen hinaus wehen/ jedoch schwächer/ nördlich NO. süd-lich SO. Diese Winde sind bedingt durch die Rotation der Erde/und Ausdehnung der Hust durch die Wärme. Die periodischwehenden MoußonS werden vorzüglich im indischen Meere/ denKüstenländern Asiens und West-AfrikaS beobachtet/ und erklärensich aus der ungleichen Erwärmung der Luft über großen Land-strecken nach dem verschiedenen Stande der Sonne und wechselnderRegenzeit. Die allenthalben unter den Tropen herrschenden Land-und Scewinde-cntstchcn durch ungleiche Erwärmung des Landesund Meeres. So fängt auf St. Dömingo der Seewind in derRegel Morgens um to Uhr an / und dauert bis Abends 7 Uhr/worauf der Landwind beginnt. Vorzüglich in höhcrn Breitenherrschen die veränderlichen Winde/ die aus vielfachen speziellenUrsachen entstehen. Sie dauern kürzer als die beständigen/ wech-seln öfterS/ und üben öfters unglaubliche Gewalt. Die Stürmesind am gewaltsamsten auf Inseln / an Küsten und in Berggegen-den. Auf den Antillen/ dem Kap / Finnmarken/ an den holländi-schen Küste»/ im Kanal la Manche rc. übertreffen sie an Wuthfast alle Vorstellung und durchlaufen manchmal die ganze Wind-rose/ oder setzen nach kurzer Windstillein entgegengesetzte Richtungum. Heiße Winde/ welche erstickende/ tödtliche Hitze mit sichbringen/ sind der trockene/ feinen Staub führende Harmattan/