Die Atmosphäre.
32 l
auf der Westküste 'hon Afrika/ als dessen Fortsetzung man denitalischen Sirocco (Mistral in der Provence) ansehen kann/der noch in der Schweiz als Föhn gefühlt wird; der mit demStaub der afrikanischen Wüste gesättigte Chamsin inAegypten/der Samum der Araber / Chemie ls der Türken/ im Juni UndAugust in,dcn Wüsten Arabiens und am perstschen Meerbusen bisIndien wehend/ stch durch röthlichen Schein am Himmel ankündi-gend/ und wie man sagt/ Menschen und Thiere tödtcnd/ die ihneinathmen. Lästige kalte und trockene Winde wehen oft inTibet/ den Hochebenen Astens/ der Sandwüste Gobi rc.
Die Wärme bewirkt stets Verdunstung des Wassers auf derErde/ und die Luft nimmt eine ihrer Temperakur proportionaleMenge hiedurch erzeugten WafferdampfeS begierig in stch auf.Bei gewisser Abkühlung der Luft/ wo der Wasserdampf stch nichtmehr vollkommen expandirt erhält/ aber auch noch nicht genugverdichtet ist/ um hcrabzustnken/ entstehen aus ihm Wolken.Die Quantität des in Dampf verwandelten Wassers ist sehr groß/und soll nach Dodslcy/ HaleS u. A. jährlich im Mittel über dieganze Erde 30 Zoll Wasserhöhc betragen/ was ohne Zweifel zurBildung der Hydromctcore hinreicht. Auch das Eis scheint beijeder Temperatur zu verdunsten; doch wächst die Verdunstung demAequator näher ausnehmend. —Nur wenige Gegenden in mittlernund Hähern Breiten haben einen stets heitern Himmel. Manchmalwird die ganze A. milchig und trüb/ meistens aber bilden stch ab-gesonderte Wolken. Howard unterscheidet von diesen 7 Arten:lllirus, Locken- oder Fcdcrwolke/ Lumulus, Haufwolke/ illratu,,Nebelschichte; als Mittelformcn (Hrrvcumulus und tllrroswLwr, Lu-muloslraius, endlich cZirvcumulostraius oder kc-wbus, die Regenwolke.Nach Humboldt beträgt die Höhe der niedrigsten Wolken 3690/der höchsten to—tt/OOO Fuß; Schäfchenwolken bemerkte er abernoch in 24,624// Bist und Gay-Lussac noch weit über 2t/4?6/.Die Größe der Wolken wechselt sehr/ ihre Farbe ist weiß bisschwarz/ oft durch Lichtbrechung bunt/ ihre Bewegung richtet stchnach dem Winde. Befindet man stch in ihnen/ so gleichen stemehr oder weniger dicken Nebeln. — Wird der atmosphärischeWafferdampf mehr abgekühlt/ so entstehen unter verschiedenenmodistzircnden Umständen die Hydromctcore. Unter ihnen istder Thau der feinste Niederschlag/ welcher stch Abends und Nachtsvorzüglich an zarte Körper anhängt/ und am reichlichsten in heißenGegenden und bei heiterem Himmel fällt. Nach Kotzcbue soll esauf den Südseeinseln gar nicht thauen. Der Thau besteht nachLampadiuS aus reinem Negenwaffer mit etwas Kohlensäure. NachWells soll die Wärmestrahlung von der Erde gegen den heiternHimmel die eigentliche Ursache des ThaucnS sein; Munckc nimmt
21