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I. Band.
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Z22 Allgemeine Naturgeschichte. IV. Buch.

an, daß die Wärme der Körper und des Erdbodens durch dieSonnenstrahlen aufgeregt wird, und an Wasser oder Luft gebun-den in die Höhe steigt, nach dem Aufhören der Aufregung abernebst dem Dampfe, woran sie gebunden ist, zur Erde wieder zu-rückkehrt. — Verwandelt steh der feine Niedcrschlag in Wolken,welche die Erde berühren, so nennt man dieses Nebel., Am stärk-sten sind die N. in Thälern, über großen Flüßen und an Küsten.Sie bestehen gewöhnlich aus reinem Wasserdampfe, und riechennur dann, wenn mit ihnen Bestandtheile zersetzter Körper verbun-den sind. Wolken und Nebel entstehen durch Abkühlung des inder A. befindlichen Wasserdampfes, wenn kältere Luftwaffen sichmit wärmcrn mtschen, und werden besonders an den Spitzen derBerge gebildet, welche hoch in die kalte Luft hinausragend, denLuftschichten leicht Wärme entziehen.-Vereinigen sich die kleinenBläschen der Wolken zu dichten Massen, welche den Widerstandder Luft leicht überwinden, so fallen sie als Regentropfenherab. Hiebei vermindert sich das Volumen der regnenden Luft-Masse, benachbarte Luftschichten strömen herbei, vermehren dieStärke des Regens und veranlassen Winde, fast beständige Be-gleiter desselben. Andererseits werden die Regen wieder durch dieherrschenden Winde wesentlich bedingt; und z. B. für Deutschland,wie überhaupt Mittel- und Nordeuropa haben die Regenwolken imatlantischen Meere ihren Ursprung. Man unterscheidet Staub-regen, Landregen, Strichregen, Platzregen und Dunstregen. Derglatteisende Regen fällt aus wärmern Luftschichten und kündetThauwctter an. Die Größe der Regentropfen wechselt vonbis t". Manche Regen treffen nur wenige Quadratruthen unddauern nur wenige Minuten; manche Landregen überziehen ganzeLänder und dauern bis so Stunden ohne Unterbrechung. DieperiodischenRcgen derTropenländcr bestehen aus mehreren starkenGewittern jeden Tag, bei welchen unglaublich viel Wasser nieder-fällt. Nach den Gegenden ist deren Regenzeit etwas verschieden; inmanchen finden 2 Regenzeiten statt. — Das Rcgenwaffer im All-gemeinen ist rein, und enthält nur selten etwas Salpetersäure undsalzsauern Kalk, häufig auch zufällig beigemengte thierische, vegc-tabilische und mineralische Substanzen. Der sogenannte Blut-regen entsteht von zahlreichen zugleich und an einem Orte ausder Puppe kriechenden Schmetterlingen, deren jeder Hiebei einigeTropfen rothen Saftes von sich giebt. Häufig werden auch Saamcn-staub von Pflanzen, vorzüglich Nadelhölzern (Schwefelrcgen),Insekten, Raupen, Krabben, ja Fische und Frösche durch heftigeWirbelwinde in die Luft geführt, und fallen an andern Stellenmit dem Regen wieder herab. Dergleichen Thiere erscheinen dannan ungewöhnlichen Stellen in ungeheurer Menge, und sind also