Das Meer. 338
Das rothe M. soll seinen Namen von den vielen rothen Blumender LotuSpflanzen / das gelbe M. vom gelben eisenhaltigen Thondes Hoangho haben. — Die Durchsichtigkeit des MecrwasserSist in verschiedenen Gegenden verschieden groß. Ein hinabgelassenesBrett wurde nach Freycinet unsichtbar bei der Insel Waigioiz inssc—7z/>g, bei Port Jackson in 38^/ bei Neuseeland in 35 ^ beiASzcnsion in 28 —3«c Tiefe. Außerordentlich klar ist das M. anden Westindischen Inseln, und die in der Tiefe wimmelnden/wegen der Refraktion ganz nahe scheinenden Thiere gewähren denherrlichsten Anblick. In 20 Faden Tiefe ist nach HorSbourgh da-selbst weißer Meeresgrund noch sichtbar. Bei Mindora im indischenM. erkannte Derselbe sogar in 25 Faden Tiefe noch die geflecktenKorallen. Das Wasser absorbirt also das Licht nicht außcrordent-lieh stark/ weshalb die Konvexlinscn der Taucherglocken in 25 c Tiefenoch als Brenngläser wirken. — Das Leuchten des M. beruht aufverschiedenen Ursachen. Meistens rührt cSvon phosphoresziern-d c n Thieren sehr verschiedener Klassen aus den großen Abtheilungender o»stro/.o» und g'bo^coro-» her/ worüber im 8ten Buch dasNähere zu finden ist. Nach TilesiuS und Macartney kommt dasLeuchten bloß von kleinen lebenden Thieren; nach LangSdorss/Peron/ Okcn/ Bladh auch von faulenden, fettigen und schleimi-gen Thierstoffen. Oft ist dieses Leuchten so stark, daß die segelndenSchiffe eine Feuerfurche nach sich ziehen; vorzüglich lebhaft zeigtes sich bei'M Wellenschlag/ wie denn überhaupt irgend ein Reiz/welcher die-Thierchen zu beschleunigten Bewegungen antreibt/ dasLicht verstärkt. Ob nicht das Meerwasser auch elektrisch/ ohneVorhandensein von Thieren leuchten könne/ ist noch nicht ausgemit-telt/ aber wahrscheinlich. Vergl. über das Leuchten d. M. Labiüar-dieres/ KrusensternS, LangSdorffS, PeronS Reisen; Schweigg.Journ. XII. S. 343 und l-U. S. 316. Neue Schweb. Abhandl. Bd.28. GilbertS Annal. I.XI. S. 1/ 113/ 164/ 324. Ehrenberg/ über d.Leuchten d.M. Berl. 1835. 4.,n. Abb. (Bcrl.Denkschr.Jahrg. 1834,)Im M. finden vielfache regelmäßige und unregelmäßige Be-wegungen statt/ wodurch (nebst seiner Mischung und dem höchst- regen Stoffwechsel in ihm) der Fäulniß desselben vorgebaut wird.Unter den regelmäßigen Bewegungen ist die wichtigste die Ebbeund Fluth. Durch die anziehende Kraft der Sonne und (vor-züglich) des Mondes wird das M./ sobald diese Himmelskörperdurch den Meridian gehen/ in die Höhe gehoben/ und sinkt nachdem Aufhören der Anziehung wieder. ES wird hienach eine täg-liche Pcriodizität eintreten; außerdem entsteht noch eine monatlichedurch die relative Stellung des Mondes in den Quadraturen undSyzygien/ und eine jährliche durch die Stellung der Sonne inden Acqninoktien und Solstitien. Der Durchgang von Sonne und