Die gellt» / ihr Werden und Sein.
233
Zellen lösen sich auf, platzen, werden resorbier rc. oder verändernihren Platz, treten in andere Stellen dcS Körpers oder fallen »an,aus demselben. — Die Körperchen des Blutes, der Lymphe, desSchleimes und Eiters bleiben in ihren Flüssigkeiten stets isolirtund behalten Gestalt und Kerne bei; andere Zellen, nämlich die dcSFettes, der Farbstoffe, des Parenchym'S und die Ganglienkugelnliegen mehr ober minder isolirt zwischen andern Elcmenlartheilenund werden durch feste, zwischen ihnen liegende Substanzen voneinander getrennt; dann giebt es Zellen, welche mir Beibehaltungvon Kern und Hülle und ohne miteinander zu verschmelzen, jedochunter mannigfachen Formänderungen, Gewebe bilden ; so diePstanzen.zellen, Hornzellcn d. Oberhaut, der Epithelien d. Schleimhäute, Nägel,Haare, dann die SchmelzpriSmen im Email der Zähne und die Fasernder Krystalllinse. Wenn Elementarzellen ihre Selbstständigkeil ver.licren, so verschmelzen ihre Wände oder platzen wohl auch, so daßeine Kommunikation der Höhlen eintritt. Bloße Verschmelzung derZellen unter sich und mit der Znterzellularsubstanz bei Getrenntbleiben .der Höhlen findet stakt bei den Knorpel- und Knochenkörperchen;mit Ineinanderfließen der Höhlen unter Resorption der Zellenwändeund Herstellung von röhrigen Formen bei den Nervenröhren, Muskel-fasern, manchen Drüsenkanälchen, Gefäffen der Pflanzen; unter Bil-dung traubiger Gruppen, bei den Läppchen aeinöser Drüsen; unter AuS-sendung sternförmiger hohler Säcke bei den Pigmentzellen und kapillar-gefäffen rc. Bei allen bisher genannten Verschmelzungsarten waren eSwahre hohle Zellen, welche verschmolzen, bei den folgenden find es solidePlättchen, welche verschmelzen. Sie bestehen nach Heule fast alle ausmembranartigen Schichten, die vermuthlich steh successiv übereinanderablagern; anfangs ist jede Schicht eine strukturlose Cytoblastemlage; inihr entwickeln sich Kerne, an diesen entstehen Zellen; oder die Cyto-blastemschicht bildet eine strukturlose Membran, in der die Zcllen-kcrne liegen. Diese ordnen sich in Reiben, verlängern sich gegen-einander; zuletzt eignet sich jede Kernrcibe gleichsam einen StreifenCytoblastem an, und nun fängt die Schicht an, sich in Zcllenfasernzu trennen, wobei die Kernreihe entweder seitlich oder mitten imCytoblastemstreifen liegt- Beispiele, wo die Plättchen membranartigausgebreitet, in einfacher Schicht nebeneinander liegen, in welchenMembranen dann »»gemein feine Fasern erscheinen, sind das Pflastcr-epithelium der Gefäffe, Linscnkapsel, Dotterhaut, Nervenröhren undMuSkelbündelscheiden rc. Fälle, wo die Plättchen sich der Längenach aneinanderreihen und mehr oder minder platte (in EssigsäureauflöSliche) sogen. Zellenfasern bilden, stellt das Gewebe der Horn-haut, der Linse, daS Zellgewebe, die Muskelhaut der Gefäffe undEingeweide, Knochen - und Schmelzsubstanz der Zähne, Rindensub-stanz der Haare dar. - Sowohl in Pflanzen- als thierischen Zellen