Befrucht, und Entsteh, d. Pflanzenembryo. 203
der Zellen, zwischen welchen er durchgeht. Da aber die aufgenom.mene Substanz nothwendig auf die iovill» verändernd , sie zu neuenBildungen anregend, wirken muß, so glauben E- und U. dieses fürdie Befruchtung ansehen zu müssen; die Schleimzellen des Griffel-kanalS seien die befruchtenden Organe der Pflanzen, ihre Absonde-rung der Befruchtungsstoff. Bei Pflanzen ohne Griffelkanal undNarbe, daher auch ohne leitendes Zellgewebe, wo die Pollenzellegleich direkt zur KeimknoSpe gelangt (Loranthaccen, Coniferen, Cy-cadeen), übernehmen wahrscheinlich die Zellen des Keimmundcs dieVerrichtung der Echleimzcllen. — Die in der Fruchtknotenhöhleeingeschlossenen Keimknospen kehren in allen Pflanzen die Spitzeihres Kernes dem Schleimgewebe zu und nähern sich diesem gewöhn-lich auch sehr, daß leicht einer der zahlreichen Pollenschläuche aufden Kern trifft. Der Pollenschlauch dringt nun durch das Zellgewebedes KernS und gelangt in den Keimsack, welcher in einigen Gat-tungen sogar über die Oberfläche des KernS emporwächst. Dringenmehrere Pollenschläuche in den Keimsack, so erzeugen sich mehrereEmbryonen im Samenkorn. — Wenn nun das Schlauchende denKeimsack berührt, so schient es dessen Membran vor sich her undstülpt diese in sie selbst ein, so daß es, von deren umgeschlagenemTheile umgeben, scheinbar im Keimsacke selbst steckt. Während demEindringen des Pollenschlauches in die KeimknoSpe häuft sich dessenInhalt, die kovill», im Endtheil an, und sobald der Pollenschlauchvon der Einstülpung des KeimsackeS umgeben ist, hebt in diesemInhalte ein ZcllenbildungSprozeß an, wobei er durch Querwändein mehrere Parthiecn getheilt wird, und sich bald mehr, bald we-niger Zellen bilden; E. und U., welche den Pollcnschlauch in dieserEpoche mit dem Vorkeime der Kryptogamcn vergleichen, nennen dievorderste dieser Zellen Keimzelle, die hinterste Schlauchzelle, diezwischen ihnen liegende Reihe den Keimstrang. Die Keimzelle istganz von der Einstülpung umgeben und dehnt sich in ihm ei- oderkugelförmig aus; aus ihrem Inhalt bildet sich Zellgewebe, das gegenden Grund des KeimsackeS in die Länge wächst und unter dessenSpitze appendikuläre Organe darstellt, womit der Keim, das Nudi-menr einer neuen Pflanze gegeben ist. Der Keimstrang ist z. Th.vom eingestülpten Theile des KeimsackeS umhüllt, z, Tb. ragt er überselben hinaus; im Fortschritt der Entwicklung schnürt sich diese letz-tere Parthie von der Schlauchzelle ab; der ausgeschlossene Theil desKeimstrangs wird meist resorbirt oder vertrocknet, der innere wirdvorerst mit dem Keime ganz im Keimsack eingeschlossen, später auchresorbirt oder seltener zeigt er sich noch im reifen Samen als einzelliger Stiel am Grunde des Keimes. Die sehr lange, vom Inhaltleere Schlauchzelle vertrocknet; manchmal sieht man diese Zellen nochbüschelweise in der reifenden Frucht. Während der Bildung des