264 Siebente-Buch. Von d. Organismen d. Plastizität rc.
Keimes vergrößert sich st-tS der Keimsack/ oft so sehr, daß er zuletztallein den Kern darstellt; im Innern seines umgestülpten Theilesbeginnen sich aus dem flüssigen Inhalt Zellen zu bilden, die entwederbleiben oder wieder vergehen; bleiben diese Zellen und umgeben denausgebildeten Keim, so nennt man sie Endosperm. Vergrößert sichder Keimsack nicht so sehr, um alles Zellgewebe des Kernes zu ver-drängen, sondern bleibt dieses und umgiebk zuletzt den Keim, so wirdeS Pcrisperm genannt; der sogen. Eiweißkörper wird bei vielen Gat-tungen vom Endosperm, bei vielen vom Perisperm dargestellt, betwenigen von beiden zugleich. Bildet sich kein Eiweißkörper, so wirdder Keim nur von der Duplikalur des KeimsackeS umgeben, welcheaber zuletzt mit ihm verwächst oder verlrockyet. Die Kcimdeckenwandeln sich zur Samenschale, öfters mit Epidermis, um; die Zellendes KeimmundcS, des Fadens und Hagelflecks stellen oft, ganz un-gewöhnliche Veränderungen eingehend, besondere Anhängsel und Be-deckungen des Samens dar, für deren Kenntniß, wie für die Bildungder Frucht das im Werke, Bd. >> S. 30 S ff., Angegebene zur Zeitnoch genügen dürfte. — Nach Gchleiden — welcher die KetmknospeSamenknospe nennt — dringt der Pollenschlauch bet den Orchi>deen nicht in den Keimsack ein, sondern verdrängt ihn ganz; inmanchen Pflanzen wird wahrscheinlich die Membran des KeimsackeSresorbirl, so daß der Pollenschlauch wirklich in sein Inneres eintritt;bei den Santalacccn wächst der Keimsack über den Kern hervor demKeimsack entgegen. Was Endlicher und Unger Keimzelle und Keim-sträng nennen, heißt bei Schleiden Embryobläschen und Embryo-träger; das Embryobläschen wird zuletzt durch Bildung von Zellenin ihm zum Embryokügelchen. Dieses bildet alle Zellen, wodurches sich entwickelt und wächst in seinem Innern, ohne Zutritt organi-sirter Theile von außen; eS ist die ganze Pflanze in einfachster Form.Zuerst ganz einfach, hernach rundlich, verlängert sich das Embryo-kügelchen unken in ein konisches Spitzchen, Würzelchen, i-sülcul»;oben wächst es durch neue Zkllenentwicklung zur Stengelaxe aus.Unter der Spitze dieser lctztern schiebt sich aus dem Stengel eineZellgewebSmaffe hervor, die entweder als »»getrennt, zusammen-hängend erscheint, oder sich gleich am Grunde in zwei oder mehrereTheile theilt; diese seitliche ZellgewebSmaffe entfernt sich immermehr vom eigentlichen Heerde der lebendigen Zellcnbildung, erschöpftund begrenzt vermuthlich deßhalb nach einiger Zeit ihre Bildungs-fähigkeit; die Organe, welche sie darstellt, vergrößern sich aber durchAusdehnung der schon gebildeten Zellen : so entstehen die erstenBlätter, Keimblätter, col)>e<loi>es Schleiden betrachtet Wurzel,Stengel und Blätter als schon ursprünglich geschiedene, durch ver-schieden geartete Prozesse gebildete Formen; der Stengel sei, imGegensatz zum Blatte, das Produkt einer primären, unbegrenzt nach