Bau der Drüsen. Galleuwerkzeuge. 323
Alle Drüsen bieten im Innern eine große Absondcrungsfläche dar;diesen Zweck hat die Natur auf das mannigfaltigste erreicht- AlleDrüsen beruhen ferner nur auf Entwicklung des AuSführungSgan.ges zu innern Höhlen oder Kanälen mit geschlossenen Enden. Vonallen iü erwiesen, daß die Blutgefäße nicht in die Kanälchen oderEndzeilen übergeben, sondern sich zu ihnen verhalten wie zu jederandern feinen absondernden Haut, z. B. der Schleimhaut der Lun»genzcllen. Wie die absondernden Kanäle der Drüsen mit ihrenblinden Wurzeln eigenthümlich und selbstständig sind, so bildet auchdas Blutgefäßsystem in jeder Drüse ein in sich vollkommen abge»schlosseneS Ganze. Beide Systeme entwickeln sich aneinander imFötus aus dem einfachen Ausführungsgang zu immer größererFeinheit. ES giebt keinen Zusammenhang der Ausführungsgängeder Drüsen mit den lymphatischen.Gefäßen. Die feinsten Kapillar,gefäße sind meist viel dünner als die Drüsenelcmente und um.spinnen dieselben. Die Ausbildung der Drüsen in der Entwick.lungSgeschichte des Embryo ist eine Wiederholung ihrer AuSbil-düng in der Thierwelt. Die vollkommensten Drüsen der hö.Hern Thiere bestehen bei den Embryonen nur aus deren AuSfüh«rungSgängen. Ganz verschiedene Drüsen haben oft gleichen innernBau (Hoden, Corticalsubstanz der Nieren), gleiche Drüsen habenoft ganz verschiedenen Bau bei verschiedenen Thieren (Thränen,drüsen der Schildkröten, Vogel, Säugelhiere, Speicheldrüsen beiVögeln und Säugcthteren, Leber, Hoden, rc.) Die Drüsenbildungvervollkommnet sich nicht absolut mit dem Aufsteigen im zoologischenSystem. Die Substanz der Drüsenelemente ist immer weiß, weiß.graulich oder weißgelblich, so verschieden die Sekrete sind- — InBezug auf die S. äst der Naturgeschichte erwähnten Gallen.Werkzeuge der Insekten und Spinnen (sogen. ?->«-> U^pigi-i-as)ist zu bemerken, daß Z. Müller die in den untern Theil des Darmseinmündenden nicht für Gallenorgane ansehen will, weitste Harnsau.res Ammonium (nach Andern Harnsäure) enthalten und in der Puppe,wo nichts verdaut wird, sehr stark absondern, sondern sie für Harn-organe hält, die früher in den Darm einmündenden Blinddärmchenaber für Gallcngcfässe. — Nach Brands (1'>j6-crisl voo, ns,url.ke-cliicü. v>, 173 ff. sind beim Männchen der kanori>» communi,0 Spetchclgefässc vorhanden, welche den Darm fast völlig umgebenund verhüllen, bei den Weibchen hingegen sind dieselben auf zweirudimentäre Bläschen rcduzirt. — Die Gallenblase (in welcherdie Galle durch Resorption flüssiger Theile konzentrtrt wird) fehltden Einhufern, Hirschen, Kamcelen, mehrcrn Dickhäutern, vielenNagern, den Faulthiercn, manchen Cetaceen, dem Papagai, Kuckuk,Strauß, manchen Tauben und Gallinaceen, mehren, Fischen. Mei.stens, doch nicht immer, sind die Thiere, welchen sie fehlt, Pflan.