344 Achtes Buch. Von d- Organismen d. Sensibilität rc.
Faserschlitigen sein können. Hier haben wir eS vorzüglich mitden Wimpern nnd den Muskeln, ihrer Beschaffenheit undAnordnung im Thierreiche zu thun. — Die W i m p e r n sindfeine, durchsichtige Fäden, o,vooo75 bis o,ooosv8 Par. Zoll lang. DieOberfläche der Schleimhäute, auf welchen sie liehen, besieht ausCylinderepithelium. Bei dem polygaürischen Infusorium 8t)I»n)clils,steht jedes Wimperchen auf einer zwiebelförmigen Basis, welche beider Bewegung sich hin u. her dreht. Bei den polygastrischen Infusorienüberhaupt stehen dir Wimpern sehr allgemein in Reihen; vermuthlichauch so an den Schleimhäuten der übrigen Thiere. Die Räderor-gane mancher Räderthiere bestehen aus mehr oder weniger getrenn-ten, von Scheiden umgebenen MuSkelbündeln, auf deren jedem eineAnzahl Wimpern stehen; bei andern hängen die Räderorgane zu-sammen und die Wimpern stehen auf dem Rande. — Wimpernkommen vor auf der Haut der infusorienähnlichen Keime der Thier,algen, fast allen 6->Lte<>rois, die Stachelhäuter ausgenommen-, beiIti^oroir u. äcslcxl»'« hingegen beobachtet man sie schon an den Embryo-nen-, bei einigen Würmern (Strudelwürmern), bei den Embryonenund ganz jungen Larven der froschartigcn Amphibien; ferner im obernTheil des VerdauungSapparatS der Amphibien und der Innenflächeder Darms sehr vieler Gastrozoen und Würmer; in den Gefässe»mancher Würmer und in den Tracheen der Insekten; an den Luft«wegen der drei obersten Tbierklassen, an den äußern Kiemen derLarven der Batrachier; an der Nasenhöhle und den damit verbun-denen Höhlen aller Kopfthiere, an der innern Fläche der weiblichenGeschlechtStheile des Menschen, der Kopfthiere und Mollusken, inden für Harnwerkzeuge gehaltenen Organen einiger Mollusken. KeineKlasse entbehrt der Wimpern ganz. Mit Ausnahme der bei denInfusorien vorhandenen oft sehr großen Wimpern sind die einzelnenWimpern meist schwer, nur durch starke, präcise Vergrößerungen, fürmich stets leichter bei Lampenlicht wahrzunehmen; ihr Spiel in Masseund die durch sie erregten Strömungen in Waffertropfcn erkennt manschon durch 60—Wmalige Vergrößerung sehr schön; hicmit z B. seheich dasselbe immer bei den Pkanarien. Peters fand Wimperbe-wegung im Innern der Tracheen bei coeelnell», däusc» sto-
man muß, um sie zu sehen, eine Luftröhre so durchschneiden,daß der Rand der innern Membran entblößt wird, und sie dann un-ter Wasser bringen. — Die ersten Spuren der lebendigen Kontraktili-tät zeigen sich nach I. Müller in einem dem Zellgewebe höchst ähn-lichen Gewebe. Das Zellgewebe besteht aus vielfach durchflochtencnPartikeln, und diese aus parallelen, ganz platten, durchsichtigenPrimitivfasern von Lin- (nach Krause) im Durchm.,
welche stets bogen- oder wellenförmig liegen und daher (auch das