XXXII
Friedrich Iloffmann,
durch grofse Hitze in dem übrigens kühlen Sommer aus;Hoffmann, sonst gewohnt, sich grofse Tagewerke beiseinen Fufsreisen aufzulegen, glaubte sich auch jetzt nochim Besitze der Kraft dazu, und kehrte durch übermä-fsige Anstrengung bei grofser Hitze höchst ermattet undmifsvergnügt über diesen sich aufdringenden Beweisder Abnahme seiner körperlichen Kraft nach Berlin zu-rück. Seit dieser letzten Anstrengung schwanden seineKräfte sichtlich schneller; eine Heiserkeit, die sich schonim Winter vorher bemerklich gemacht hatte, wuchs nunimmer mehr, und mit der Bitterkeit vereitelter Hoffnungengestand er sich selbst die dringende Nothwendigkeit, zumSchlüsse seiner Sommervorjesungen zu eilen, die beab-sichtigte Exkursion aufzugeben, und dagegen noch einenKurort zu besuchen, wozu von seinen ärztlichen Freun-den Ems gewählt wurde. Die Herbstwitterung war ei-ner Brunnenkur nicht mehr günstig; auch war wohl über-haupt der innere Schaden schon zu mächtig geworden,um solchen Heilmitteln zu weichen. Sehr ermattet undsichtlich kränker, als er Berlin verlassen hatte, kehrte ernun dahin zurück. Noch immer lebte in ihm der Glaube,dafsRuhe, strenge Diät und Enthalten von aller anstrengen-den Geistesarbeit seine Kräfte wiederherstellen müfsten;und dieser Glaube verliefs ihn nicht, auch als er täglichschwächer, sich auf das Zimmer einschränkend, das La-ger auf dem Sopha immer seltener verlassend und end-lich bettlägrig werden mufste. Er hielt diese Anzeicheneiner zwar zögernd, aber unaufhaltsam herannahendenAuflösung nur für Folgen der ungünstigen Jahreszeit,und entwarf bereits Pläne, wie er bei der Rückkehr derbesseren Witterung in einer stillen Sommerwohnung auchdie Rückkehr seiner Kraft ab warten, und in der Mufsedabei die Beschreibung seiner italienischen Reise ausar-beiten wollte.
Wie bedenklich sein Zustand sey, hatten indefs seineFreunde schon seit der Mitte des Sommers 1835 sich
nicht