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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Kugelgestalt der Erde.

aus hohem physikalischen Gründen hergenommenen Be-weis von der Kugelgestalt der Erde aufzustellen, wel-cher wegen der darin vorkommenden ersten Andeutungvon den Richtungen der Schwere äufserst merkwürdigist. Aristoteles sagt nämlich: das Wasser sucht im-mer die niedrigste Stelle einzunehmen; folglich müssenalle Punkte der Oberfläche des Meeres gleich tief stehen,und also gleichweit von einem gewissen Mittelpunkt ent-fernt seyn; da aber diese Eigenschaft nur der Kugelzukommt, so mul's der Ocean und folglich die ganzeErde eine Kugelgestalt haben. — Man sieht indefs leicht,dafs diese Erklärung auf einem Trugschlufs beruht, in-dem sie voraussetzt, was erst bewiesen werden soll, dafses nämlich bei der Erde einen Mittelpunkt gebe. DieVertheidiger der scheibenförmigen Gestalt der Erde wür-den diese \ T oraussetzung sicher nicht zugegeben haben.

In neuerer Zeit hat bekanntlich die Ansicht von derKugelgestalt der Erde allgemeinen Eingang gefunden. Sieist zwar nicht strenge richtig, kommt aber der Wahrheitso nahe, dafs es nicht unzweckmäfsig erscheinen kann,die Gründe zu nennen, welche noch gegenwärtig zurStütze derselben angeführt werden:

1) die stets kreisförmige Gestalt des Horizonts;

2) die frühere Sichtbarkeit der Spitzen erhabener Ge-

genstände in der Ferne;

3) die verschiedenen Höhen, in welchen die Himmels-

körper über dem Horizont erscheinen, wenn mansie auf verschiedenen Punkten eines Meridians odereiner Parallelkreises gleichzeitig beobachtet;

4) die stets kreisförmige Gestalt des Erdschattens bei

Mondfinsternissen;

5) die vielen Reisen um die Erde.

Diese Gründe sind zwar von ungleicher Wichtigkeit,aber doch, wenn sie in ihrer ganzen Strenge nachgewie-sen werden könnten, mehr als genügend, uns von derNolhwendigkeit einer Kugelgestalt des Erdkörpers zu